Leben. Schreiben. Lesen.
Beiträge getaggt mit Bücher
Interview Michael Scharang
04. Mrz
Und wie lebt man bis zur Revolution?
Scharang: Bis es dazu kommt, bis ich mit neunzig zur Waffe greife, weil ich zum Schreiben zu müde bin, genieße ich den Vorzug, in einem Land zu leben, in dem Karl Kraus und Robert Musil gearbeitet haben. Solches Glück, als Schriftsteller aufbauen zu können auf der Sprach-, Dicht- und Denkkunst zweier überragender Meister, solches Glück hat man selten.
Michael Scharangs Roman Komödie des Alterns erscheint Anfang März bei Suhrkamp (254 Seiten, 19,80 Euro).
Druckfrisch – Neue Bücher mit Denis Scheck
27. Jan
Denis Scheck spricht in der kommenden Ausgabe von “Druckfrisch” am Sonntag, 31. Januar 2010, um 23.35 Uhr im Ersten über Blutrausch und Biographien.
Dieter Kühn: Ich war Hitlers Schutzengel: Fiktionen: Vier Szenarios. Er ist einer, der die Moden des Literaturbetriebs mit der Gelassenheit eines Rheinländers an sich hat vorbeiziehen lassen. Dieter Kühn – gerade feierte er seinen 75. Geburtstag – hat die Kunst des historischen Erzählens in seinen großen Biographien für die Gegenwart neu erfunden. Angefangen mit “N” von 1970, der Lebensgeschichte Napoleons, bis hin zur Biographie Gertrud Kolmars (2008) waren sie immer auch literarische Nachhilfestunden in historischer und kultureller Bildung. Für seine Erzählungen, Hörspiele und Übertragungen aus dem Mittelhochdeutschen (das “Mittelalter-Quartett”) erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Mit seinem neuen Werk “Ich war Hitlers Schutzengel” legt er jetzt allerdings ein Gedankenspiel gegen alle historische Überlieferung vor. Dieter Kühn erzählt von Hitlers Ende in verschiedenen fiktiven Versionen, parallelgeschaltet zur historischen Realität. In der ersten dieser miteinander vernetzten Fiktionen gelingt beispielsweise das Attentat, das Georg Elser 1939 im Münchner Bürgerbräukeller mit technischer Perfektion verübte: Hitler und Mitglieder der NS-Führung werden bei der Sprengung unter Schutt begraben; Hermann Göring, ohnehin zweiter Mann des Dritten Reich, wird Reichskanzler.
James Ellroy:Blut will fließen. Er erfindet grauenvolle Geisteskranke, getriebene Frauenkiller und blutberauschte Männer. Er kriecht geradezu hinein in die kranken Seelen dieser Ungeheuer. Die Romane des US-amerikanischer Krimiautors James Ellroy – “Die schwarze Dahlie” etwa, “Blutschatten” oder “Stadt der Teufel” – erzählen meist von Gräueltaten, die wirklich passiert sind. “Blut will fließen” spielt in den USA von 1968. Das Land ist aufgewühlt von den Morden an Martin Luther King und Robert Kennedy, vom Vietnamkrieg, von den Protesten der Studenten und Schwarzen. Richard Nixon kämpft um die Präsidentschaft, in Los Angeles wird in einem brutalen Überfall auf einen Geldtransporter ermittelt. Bald wird klar, dass Nixons Wahlkampf wohl etwas damit zu tun hat; auch das FBI soll in die Sache verwickelt sein. “Blut will fließen” ist der Abschluss von Ellroys sogenannter Underworld USA-Trilogie.
Als Empfehlung hat Denis Scheck diesmal Judith Schalanskys:Atlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde ausgewählt. Außerdem kommentiert er natürlich wieder die Bücher auf der aktuellen “Spiegel”-Bestsellerliste (diesmal Belletristik).
“Druckfrisch” im Internet: DasErste.de/druckfrisch
(Quelle:Pressemeldung)
Mut zur Lücke
06. Mai
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Schtzngrmm: Was dem Dichter Ernst Jandl Recht war, kann den Spammern nur billig sein. Und die Hirnforschung haben sie auch auf ihrer Seite, Vrdmmt!
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“Ich liebe Pornographie, gehe oft in Erotik-Shops, doch was ich dort sehe, ist nur Spielzeug”, sagte er im Arp-Museum, das “wirklich Obszöne” sei woanders, zum Beispiel, wenn er sich im Spiegel sehe.
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Walter Kempowski war doch ein Spion
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Gerrit Bartels über die höhere Form von Autobiografien
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„Ideen sind immer vorhanden. Ich muss mich eher stoppen.“ Das Schöne am Schreiben ist für ihn, dass er dabei völlig vergisst, was ihn umgibt. „Ich könnte aufwachen und in Afrika sein. Die Geschichte wäre die gleiche.“
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Vor kurzem erschien im Verlag Edition Thaleia, St. Ingbert, ein ungewöhnliches Lyrikbuch, das zehn Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und Israel vereint, die jeweils mit zehn Gedichten vertreten sind.
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Thomas B. Schumann hat in der “Edition Memoria” die Werke von Ernst Blass herausgegeben Von Thomas Schumann war ein junger Student, als er durch Zufall einen Katalog der…
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Pendragon Verlag gibt erste deutsche Werkausgabe Max von der Grüns heraus
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Gast beim Theatertreffen: Franz Xaver Kroetz spricht mit dem Tagesspiegel über die Einsamkeit, das Trinken und den Kapitalismus.
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Es gibt viel Zeit, in der ich nichts schreibe, jetzt gerade schreibe ich nicht. Das Thomas Mannsche Schreiben ist vielleicht der Traum eines Schriftstellers, aber Thomas Mann hatte auch die nötige familiäre Autorität.
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So wird auch das Stück “Generation Meese” des 29-jährigen Oliver Kluck aufgeführt. Der wurde erst durch das Schreiben von Beschwerden zum literarischen Erzählen angeregt.
SWR Bestenliste August 2008
29. Jul
SWR Bestenliste
August 2008
1. (4. – 5.) 46 Punkte
REINER STACH: Kafka
Die Jahre der Erkenntnis
S. Fischer Verlag
Mittelschwere Lektüre
728 Seiten, 29,90 Euro
‘Vollständiges Begreifen meiner Lage’, das ist das Motto
von Franz Kafkas Schreiben. Eine unendliche Analyse, die
die Welt und unser Denken radikal verflüssigt. Und uns in
Bewegung hält, weil wir als Kafka-Deuter den Strom kanalisieren
wollen.Wie vollständig man Kafkas Leben begreifen kann, beweist
Reiner Stach im zweiten Band seiner großen Kafka-Biographie,
die vom Jahr 1916 bis zu Kafkas Tod im Jahr 1924 reicht.
2. (-) 45 Punkte
VLADIMIR NABOKOV: Fahles Feuer
Gesammelte Werke, Band 10
Rowohlt Verlag
Mittelschwere Lektüre
608 Seiten, 28,00 Euro
Der erste Roman von Vladimir Nabokov, nach seinem Welterfolg
‘Lolita’ 1962 erschienen, und jetzt im Rahmen der Gesamtausgabe
mustergültig ediert. Ein anspielungsreiches Feuerwerk um zwei
ganz besondere Helden: ein Gedicht und seinen Kommentar.
3. (7.) 40 Punkte
IRIS HANIKA: Treffen sich zwei
Roman.
Literaturverlag Droschl
Leichtere Lektüre
240 Seiten, 19,00 Euro
‘Da wird vom rührenden Glück zweier Tölpel erzählt, durchaus heutiger
Tölpel in durchaus heftig-heutiger Sprache – na ja, wie die Leute halt
in Berlin so reden, und dann wird auch wieder ganz albern-schwebend
erzählt von Momenten, in denen die beiden lächelnd und zart einverstanden
sind damit, in der Welt zu sein, in diesem Moment, in dieser Stadt, und
das Tolle ist, dass man tief bewegt mit den beiden sympathisiert und
denkt: So geht es manchmal auch, ja, doch, solche Erfahrungen gelungenen
Lebens kann man bisweilen schon machen.’ (Jörg Drews)
4. (-) 36 Punkte
ANDREAS NEUMEISTER: Könnte Köln sein
Roman. Städte. Baustellen
Suhrkamp Verlag
Mittelschwere Lektüre
276 Seiten, 16,80 Euro
‘Bauen Wohnen Denken’, Andreas Neumeister katalogisiert den
Lebensraum Stadt mit allem, was dazugehört: Architektur, Musik,
Kunst. Er entziffert die Grammatik einer Stadt. Jeder Stadt.
5. (8.) 25 Punkte
KATHARINA FABER: Fremde Signale
Ein Album. Roman.
Bilger Verlag
Mittelschwere Lektüre
440 Seiten, 22,00 Euro
Drei Schutzengel erzählen von Katharina, die in den friedlichen
50er Jahren des letzten Jahrhunderts zu Welt kommt. Drei Engel,
die selber Schutz gebraucht hätten, das wird immer klarer:
Michail, sowjetischer Soldat, der im Kampf gegen die Deutschen
fällt, Linette, die kurz vor der Französischen Revolution jung
einer Hirnhautentzündung erliegt, und Boris, ein hochbegabter
Außenseiter, der mit 13 Jahren an Krebs stirbt.
6. (3.) 22 Punkte
ANJA JARDINE: Als der Mond vom Himmel fiel
Erzählungen.
Verlag Kein & Aber
Leichtere Lektüre
302 Seiten, 18,90 Euro
‘Alle sind gut vernetzt, die Wege um den Globus kein Problem,
und die Aussichten waren bis vor kurzem noch glänzend. Doch
plötzlich herrscht in den innersten Bezirken schiere Einsamkeit,
versierte Weltläufigkeit schlägt um ins Eisige. Anja Jardine
trifft den Punkt, vielsagend, erfahrungsreich.’ (Eberhard Falcke)
7. – 8. (10.-12.) 21 Punkte
LUKAS BÄRFUSS: Hundert Tage
Roman.
Wallstein Verlag
Mittelschwere Lektüre
198 Seiten, 19,90 Euro
Er ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker. In
seinem ersten Roman erzählt Bärfuss eine Liebesgeschichte in
den Zeiten des Völkermords: David ist Entwicklungshelfer in
Ruanda. Er bleibt im Land, als das Gemetzel beginnt. Am Ende
flieht er mit den Mördern über die Grenze. Und trifft im
Flüchtlingslager seine einstige Liebe wieder.
7. – 8. (-) 21 Punkte
RAMIRO PINILLA: Der Feigenbaum
Roman.
dtv
Mittelschwere Lektüre
320 Seiten, 14,90 Euro
Rogelio Cerón lebt seit über 30 Jahren neben einem Feigenbaum.
Seine Vergangenheit läßt ihn nicht los. Damals, 1937, als er
im spanischen Bürgerkrieg für den Faschisten Franco kämpfte,
damals, als er einen Vater und dessen Sohn ermordete, damals,
als an dieser Stelle plötzlich ein Schössling zu wachsen begann.
9. (-) 20 Punkte
JENNY ERPENBECK: Heimsuchung
Roman.
Eichborn.Berlin Verlag
Mittelschwere Lektüre
192 Seiten, 17,95 Euro
Der Roman eines Jahrhunderts, erzählt entlang eines Hauses am
Scharmützelsee. Erdgeschichte, Naturgeschichte, politische
Geschichte, verwoben in biographischen Miniaturen. Das 20.
Jahrhundert zwischen Idylle und Verlust.
10. – 11. (-) 18 Punkte
NATHAN ENGLANDER: Das Ministerium für besondere Fälle
Roman.
Luchterhand Literaturverlag
Leichtere Lektüre
448 Seiten, 19,95 Euro
Buenos Aires in den 70er Jahren. Kaddisch Poznan verdient
sich sein Geld, indem er im Auftrag schamhafter Nachgeborener
Namen von Grabsteinen auf dem Friedhof der Zuhälter und
Huren abschlägt, seine Ehefrau Lilian arbeitet bei einer
Versicherung. Ihr Sohn Pato ist ein politischer Träumer.
Aber dann lässt ihn die Militärdiktatur in ihrem Krieg gegen
die eigene Bevölkerung verhaften…
10. – 11. (-) 18 Punkte
ROLF LAPPERT: Nach Hause schwimmen
Roman.
Carl Hanser Verlag
Mittelschwere Lektüre
544 Seiten, 21,50 Euro
Mit 20 Jahren wirft sich Wilbur bei Coney Island ins Meer,
um sich das Leben zu nehmen. Aber auch das gelingt ihm nicht.
Angler retten ihn, er kommt in eine Klinik. Wilbur ist der
geborene Verlierer. Die Mutter stirbt bei seiner Geburt,
der Vater haut ab, die Großmutter nimmt ihn auf, aber auch
sie überlebt nicht lange. Nur der, der das Leben loswerden
will, kann ihm nicht entfliehen.
Persönliche Empfehlung im August von Volker Hage (Hamburg)
Joyce Carol Oates: Du fehlst
Roman. Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz.
S. Fischer Verlag
489 Seiten, 22,90 Euro
‘Joyce Carol Oates, die im Juni 70 geworden ist, wird wegen
ihrer geradezu beängstigenden Produktivität gern unterschätzt.
In ihrem neuen Roman ‘Du fehlst’ gelingt ihr das faszinierende
Doppelporträt von zwei Schwestern, die mit dem Tod ihrer Mutter
(sie ist bei einem Raubmord ums Leben gekommen) völlig
unterschiedlich umgehen. Und es gelingt einmal mehr das Kunststück
der US-Autorin, unterhaltsam und anspruchsvoll zugleich zu
erzählen.’(Volker Hage)
Literatur im Fernsehen
‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Sonntag, 10. August um 10.15 Uhr in 3sat
Gäste: Sigrid Damm, Helmut Krausser, Charlotte Roche
(Wiederholung vom 28. März)
Sonntag, 17. August um 10.15 Uhr in 3sat
Gäste: Karen Duve, Amelie Fried, Najem Wali
(Wiederholung vom 16. Mai)
Sonntag, 31. August um 10.15 Uhr in 3sat
Gast: Daniel Barenboim ? ?Klang ist Leben?
‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Sonntag, 24. August um 10.15 Uhr in 3sat
Gäste: Florian Havemann, Peter Schneider,
Rupert von Plottnitz, Stephan Wackwitz
Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden
Tel. 07221/929-2846
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http://www.SWR.de/bestenliste



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