Leben. Schreiben. Lesen.
Klick
Ich klicke unter freiem Himmel
05. Mai
Ich klicke unter freiem Himmel die
Verschämten Blicke auf Bauchnabelpiercings
Das bin doch ich ist auch heute mehr als
Ein Buchtitel im Schaufenster der Eitelkeiten
Anmachsprüche zum Weghören Hingucken
Das sind normale Jungs die da rechts abblitzen
Schluck den Kaugummi nicht runter
Der verklebt den Magen, mahnt Mama-Mamarazzi
Es geht um Anerkennung und Abgrenzung
Sorge und Sehnsucht gemeinsamen
Wurzeln und eigene Wege Wir wandern
Mit offenen Sinnen Ich klicke Hunde
Die die Lunte riechen Den Buchfink
packe ich in eine zizizizjazjazoritiu-zip Datei
Das Baby macht ein Bäuerchen vom Brei
Ich luchse allein weiter in den Wald hinein
(tagsüber, 5.05.2008)
Ich klicke Papphocker
05. Feb
Die Leute kommen
Herein, es ist genug Platz,
Aber die Papphocker
Sind schon besetzt.
Ausverkauft beim Händler.
Kleine Geschenke
Erhalten die Freundschaft
Ich erklicke mir Aufmerksamkeit
Die Vase ist ohne Blumen
Es liegt noch
Kein Frühling in der Luft
Aber wer weiß, wie sich der Tag
Entwickeln wird.
Jeder hat Fotos mitgebracht
Und erzählt von Erinnerungen
Die verbinden. Auch ich
Schnüre ein Päckchen auf.
Ein Leben auf 746 Seiten
Ediths Tagebuch bleibt nach dem
Frühstück auf dem Küchentisch liegen.
(Dienstag, 05. 02. 2008, beim Frühstück, ca. 10 Uhr)
Ich klicke Die Deutschen
28. Jan
Die Deutschen schlafen
Weniger denn je
Auch die Tiere sind unruhig
Der illustrierte Mann geistert
Ziellos im Brachgelände umher
Und erzählt seine Geschichten
Schlaflose suchen nach Tattoos
Ein Wasserhahn tröpfelt
Ich klicke Börsencrash
Und Chuck Berrys Maybelline
Die Nacht der großen Momente
Liege sechs Stunden im Sarg
Von Gläubigern gebissen
Das Leben kann ein Alptraum sein
Panikattacken sind kein Witz
Trotz Protesten wird weiter gerodet
Autounfälle durch Sekundenschlaf
Nehmen schlagartig zu. Wracks
Liegen vor Kaufhauseingängen
Ich kümmere mich um Muskeltraining
Warte auf ein Wunder, auf Kaffee
Der schützt vor Darm – und Leberkrebs
Und hält bekanntlich wach
Rote Lämpchen blinken
In der Ruhe liegt die Kraft
Mit einem Gefühl der Unzugehörigkeit
Schalte ich den Monitor aus
(Montag, 28.01. 2008 um ca. 7 Uhr/ überarbeitet zwischen 19 Uhr und 19 Uhr 40)
Ich klicke Hannover
26. Jan
Ich klicke
Hannover und stehe
Im Supermarkt vor dem
Bio-Sortiment, das wöchentlich
mehr Verkaufsfläche einnimmt
Die Leute strömen
Wie Spam-Mails
Ein Mozart Requiem
Vom Jungen Vokalensemble
Weht in die Welt
Studenten demonstrieren
Gegen Studiengebühren
Die 1. Panzerdivision wird
Abkommandiert nach Afghanistan
Es arbeitet in den Köpfen
Die Schmerzen sind betäubt
Ich zahle mit Kreditkarte
Ich klicke
Das Lampenfieber nimmt
Im Alter zu Schau-
Spieler Tom Cruise
tritt auf
Wie Goebbels
Es ist nur ein Job
Der keinen Spaß macht
Ich halte mich
Gern in alten Räumen auf
Sagt ein anderer Schauspieler
Wieder auf freiem Fuss
Ich klicke
Verjüngungskur
Wie alt schätzt du
Antonia Rados fragt Johannes B.
Der sich seinen Lebenstraum
Längst erfüllt hat
Was guckst du?!
Schau nach vorn und zurück
Ich klicke Kalenderblatt
Mittel gegen Impotenz
Vier Pillen umsonst
Magical Defrag
Too much future
Ich klicke 1979
Die Risiken im Schnee
Werden nicht ernst genommen
ein Blutgerinnsel im Gehirn als Spätfolge
eines Sturzes Ich klicke
Gebrochene Herzensbrecher
Und Prothesengott
Mit Gewalt kommt man
Nicht weiter
(Samstag, 26. 01. 2008 um 13 Uhr)



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