Haftnotizen

Durch den Tag

Frostiger Tag. Durch und durch.

Kein Gedichtband auf der SWR-Bestenliste Januar 2010.

Noch vor dem Kaffee am Frühstückstisch Kaffee auf Asphalt, die 3D-Straßenmalerei von Manfred Stader.

Und Lyrikstimmen auf kultiversum: Richard Huelsenbeck
«Ende der Welt»
aus: Phantastische Gebete (Berlin 1920)
Private Tonbandaufnahme, New York, 1967
Herbert Kapfer, Richard-Huelsenbeck-Nachlass München

Über den Handel mit gebrauchten Büchern im Internet schreibt Petra Kirchhoff in der F.A.Z.. Speziell über den Berliner Jungunternehmer Christian Wegner mit seinen Portalen www.momox-books.de und www.momox.de. Wer bei dem seine Gebrauchtbücher verkauft, muss verrückt sein oder zumindest schnurzpiepegal, wie viel Schotter er dort für seine Schmöker bekommt; wenn die Bücher überhaupt angenommen werden, denn momox scheint mir in erster Linie scharf auf Bücher aus den aktuellen Verlagsprogrammen zu sein.

Auf Buchreport ein Kommentar zu den Herausforderungen im digitalen Zeitalter.

“Der Weg vom Autor zum Leser kann sich im Extremfall auf den (technischen) Distributor verkürzen und damit die gesamte bisherige Wertschöpfungskette ausklinken – mit dem Anreiz, die Erlöse neu zu verteilen.”

Die fünf Gewinner des Costa Book Awards, früher Whitbread Awards, wurden bekanntgegeben. Der Poetry Award ging an Christopher Reid und seine poetische Hommage an seine verstorbene Frau. “The judges described it as an “intensely moving, compelling and honest” collection of “wonderful poems”. The BBC’s Nick Higham asked Christopher Reid why he wrote about living with his dying wife.”

Jan Wagner schreibt in der FR über Walt Whitman und die Publikationsgeschichte der “Leaves of Grass” und zieht den Hut “vor der immensen übersetzerischen Leistung Jürgen Brôcans, der es auf sich genommen hat, die “Leaves of Grass” auf der Grundlage der maßgeblichen amerikanischen Ausgaben erstmals komplett ins Deutsche zu bringen. Dass er dabei willens ist, sich von den vielen Vorläufern abzusetzen, macht schon die Wahl des Titels deutlich. Was bislang zumeist als “Grashalme” wiedergegeben wurde, bekommt bei Brôcan den deutschen Titel “Grasblätter”. Brôcan kann sich in dieser Hinsicht auf den Autor selbst berufen, der sich in einem Gespräch mit Horace Traubel über das Unverständnis seiner amerikanischen Verleger beschwerte: “Welch einen Kampf hatte ich wegen des Namens. Wer kannte denn ein Grasblatt? Es gab Grashalme – aber Blätter? Oh! nein!”"

AbeBooks informiert seine Leser über die teuersten Buchkäufe bei AbeBooks.de im Jahr 2009.

Zwei Bücher habe ich mir heute auf eBay.de ersteigert. Für je 1,00 Euro ohne Versandkosten. Billiger gehts nicht. Ich muss ja auch mit meinem Haushaltsgeld haushalten. 5948,00 Euro wurde für ein Exemplar “Lamia, Isabella, The Eve of St. Agnes, and Other Poems” von John Keats gezahlt. Warum nicht?Wenn Zeit ist, kann man u.a. auf zeno.org Gedichte von John Keats lesen.

O nur zehn Jahre, tief mich zu versenken

In Poesie! daß ich das Ziel erfülle,

Das von mir selbst verlangt mein eigner Wille;

Daß ich durch diese Lande, die ich sehe,

Mit unermüdlich wachen Augen gehe!

(aus: Schlaf und Poesie)

Vom Tage, 5. 09. 2008

(16:56) Bücher können so schön sein, entspannend und anregend. Aber nicht überall! Auch der Ort ist wichtig. Wo liest es sich am besten? Ein Selbstversuch von David Hugendick.

(17:01) “Torberg war, und das ist zugleich sein Schicksal, unter den vielseitigen österreichischen Schriftstellern seiner Zeit vielleicht einer der begabtesten”, sagt der Biograf David Axmann, “sicher aber unter allen begabten der vielseitigste.” Mehr

(17:22) Ästhetische und politische Radikalität trieben ihn ins literarische Abseits. Seine Bücher lesen sich als Versuche der Selbstklärung: Wend Kässens zum Tod des Schriftstellers Christian Geissler.

(17:41) Der zerflossene Kanon: Massenhafte Digitalisierung, Print on Demand, Editionen vergessener Dichter – Literaturpflege heute

Durch den Tag. 2. 09. 2008

(9:29) Typeer.de: Noch eine Autoren-Community, bei der man mit seinen Text-, Bild- und Video-Beiträgen Geld verdienen kann. Mehr Informationen

(9:56) Rafik Schami sitzt an einem Tisch, neben sich die Brille und ein Glas Wasser und erzählt aus seinem neuen Buch “Das Geheimnis des Kalligraphen” (Hanser Verlag). Die Lesereise von Rafik Schami startet am 4. September. Die Videolesung können Sie sich jetzt schon hier ansehen.

(10:05) Poetry on demand: Mara-Daria Cojocarus “Näherungsweise” und Björn Kuhligks “Es gibt hier keine Küstenstraßen” werden nur bei Bedarf gedruckt. Rezension von Jens Zwernemann auf literaturkritik.de

(12:00) “Kinder, die keinen Zugang zu Büchern haben und nicht lesen, tun mir Leid.” (Mirjam Pressler)

(12:04) Alban Nikolai Herbst liest Raubmenschen von Max Dauthendey.

Durch den Tag (1. 09. 2008)

Unterwegs in Revonnah

Unterwegs in Revonnah

(19:06/Notizbuch) Heute wurden keine Sätze zu Ende gesprochen. Stummer Blick in den Spiegel. Die Haare gekürzt, damit sie nicht mehr in die Augen fallen.  Was in das Waschbecken sinkt (die Hemmschwelle ist da), ist schon nicht mehr der Rede wert. Bedeutungslos. Verschwunden mit der Fliege unter dem Wasserstrahl. Es bleibt nichts vom Tag. Es wurde ALLES verschoben. Es war sowieso nur ein Spiel. Vergeigt (dritter Spieltag. Letzter Platz). Wer zart besaitet ist, kann nicht die erste Geige spielen. Oder so ähnlich. Halbsätze im Kopf. Schimpfwörter. Wieviel Schimpfwörter bleiben tagsüber unausgesprochen? Erst nachdem der Gesprächsparter sein Telefon hörbar aufgelegt hat, entfährt einem ein zischendes “Arschloch”. Dieser Furz. Dabei bleibt es. Man erhebt sich. Überhebt sich. Überheblich. Ist den Anforderungen nicht gewachsen.  Verlangt nach Futter für die grauen Zellen. Unmengen von Kaffee trinkt man in den vielen Stunden am Schreibtisch. Das ist kein Genuß mehr.

Was blieb hängen vom Tag?

(19:27)  Start von prokrastination.com. Das Blog zum Buch von Sascha Lobo und Kathrin Passig. Mit Testbeiträgen. Schon mehr als Lorem ipsum. Und das Buch steigt und steigt im Amazon Verkaufsrang.

(19:30) Mehr als 12 000 Gäste beim Erlanger Poetenfest. Nur Feridun Zaimoglu und Tilman Rammstedt mussten wegen Krankheit kurzfristig absagen.

(19:35) Eintauchen ins Kreuzberger Nachtleben. Sven Regener im Deutschlandradio Kultur Gespräch mit Joachim Scholl.

(19:52) Ab 11.09.2008 im Kino: Uwe Timms »Die Entdeckung der Currywurst« als Literaturverfilmung
Uwe Timms Bestseller über die Liebe als Gewürz, das das Leben schöner macht, ist verfilmt worden.

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