Leben. Schreiben. Lesen.
5Minuten Texte
Halt am Imbiss
07. Mrz
Ohne Kopf möchte ich nicht beerdigt werden, sagt Porno-Meyer und kaut angestrengt an seiner Wurst. “Mir reichts, wenn sich meine Schulden mal über Nacht in Luft auflösen würden, dann ist mir alles schnurzpiepe”, hör ich Alimente-Antons versoffene Stimme. “Das wird nicht funktionieren”, brummt Burhan hinterm Tresen, der sich aufrichtet, als wolle er eine Rede halten: “jeder Bürger in Deutschland steht mit über 20 000 Euro in der Kreide und das wird nicht weniger, das bleibt, bis du den Schlüssel abgibst. Die Schulden wachsen und wachsen, wie das Unkraut auf den Gräbern, die niemand pflegt. Der Teufel Staat will deine Asche bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus. So und ab sofort kostet die Bratwurst mit Pommes 50 Cent mehr, ihr Volltrottel.” Der Imbissmann wischt mit heftiger Armbewegung die Tafel blank. Alles müsse er seit Tagen allein machen, stöhnt er, denn seine Frau sei krank. “…nicht nur die Meere heizen sich auf, auch wir brauchen jetzt was Wärmendes für den Magen”, nuschelt Knallkalle in seinen Bart. Bevor er deutlicher werden kann, drehen alle ihre Köpfe Richtung Strasse. “Eine Runde Schnaps für die Nasen”, brüllt der klare Klaus von der Waterkant schon aus etlichen Meter Entfernung. Er hat nicht nur zwei Tragetaschen mit leeren Bierpullen an den Händen, er hat auch eine Fahne mitgebracht, denn am Nachmittag spielen die Roten in der AWD-Arena und er hat seit Jahren kein Heimspiel verpasst, wenn auch nicht jedes Spiel bis zum Abpfiff gesehen. Als er sein Portemonnaie zückt, flattert ein Lottoschein Alimente-Anton vor die Füße. “Hat dir dein Glückspiel schon den Gewinn gebracht, den du dir erhoffst?”, fragt Alimente-Anton, der sich die angekreuzten Zahlen mit glasigen Augen anschaut. “Du spielst seit 40 Jahren Lotto und bist noch immer ein armer Schlucker, MannMannMann.” “Hört doch auf, dauernd von Geld zu grunzen”, krakehlt Knallkalle unwirsch dazwischen. “Es ist da, es ist nicht da, wir sitzen zum Schluss eh’ mit Alzheimer in der Klappse und können uns an nichts mehr erinnern. Oh Fuck, mein Gesichtserker spuckt wieder Blut, ich darf mich nicht aufregen…” “Reich mir bitte mal die Bild-Zeitung rüber, sage ich zu Porno-Meyer, der sich mit einem Papiertaschentuch die Mundwinkel säubert.
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)
Zwischen Tür und Angel
05. Mrz
Mit Sonnenaufgang kommen auch wieder neue Skandale ans Licht. Kaum die Augen und die Gehörgänge auf Empfang geschaltet, klingelt die Öko-Oma aus dem Erdgeschoss. Steht da und hält ein Paket für meine Mitbewohnerin Claudia in den Händen (war der Paketzusteller wieder zu faul, die vier Treppen zu gehen…?); noch ehe ich Danke sagen kann, redet die Frau wie eine Springflut, aber das kenne ich schon, noch Stunden später sind die Satzfetzen ein Gewitter in meinem Kopf: Krebs aus dem Solarium (“Nein, nur ein paar Tage Urlaub auf einer Seychellen-Insel!”), zu hoher Zuckergehalt in Soft-Drinks (“Nein, wir trinken nur stilles Mineralwasser!”), Arsen-Belastung in Säften für Babys (“Schnee von gestern, unser Baby wird erst noch geboren!”), Salmonellen in Rohwurst (“Ich bin Vegetarier, gnä’dige Frau!”). Um geistig wieder auf Normalzustand zu kommen, buchstabiere ich leise Propyphenazon, Paracetamol und Acetylsalicylsäure, mache ein paar Sit-ups und freue mich auf meinen nächsten Orgasmus. Vorher Lena anrufen, die mich abends hoffentlich ayurvedisch-indisch bekochen wird, kein One-Night-Stand könnte diese Abende mit meiner Lena ersetzen. Die Liebe ist das stärkste Aphrodisiakum, aber Lena-Schätzchen geht nicht an ihr Handy. Wenn sie nur nicht diese Bindungsängste hätte, dann wäre vieles einfacher. „Pulsierende Lust, die Leidenschaft. Ich erlebe dich, unbändige Kraft. Dein Atem wild, dein Körper schreit. Vertrau mir, die dich befreit.“ Singt eine Yvonne und ich schalte das Radio aus um mich von dieser Stimme zu befreien. Mir war das jetzt wirklich zu aufdringlich. Ich muss sowieso gleich mein Wohlfühlnest verlassen. Dann heißt es, den Spekulanten endlich den Stecker rauszuziehen. Ich komme aber nur in Fahrt, wenn ich heute in den Außendienst darf. Das würde mich absolut glücklich machen. Haikus schreiben, bringt da nicht den Hauch. Und ich will auch nicht die Welt retten, aber zumindest den Euro-Zockern so gewaltig das Didgeridoo pusten, bis sie an ihren eigenen Blähungen krepieren. Wenn mein Boss grünes Licht gibt, dann Auf! Auf! mit Tempo zu einer besonderen Sightseeingtour. Der Druck bei denen, die das Volk (“Wir sind doch alle nur vorübergehende Mieter dieser Erde”) in die Bredouille gebracht haben, wächst. Man muss sich für den richtigen Weg entscheiden, sonst gehen wir alle kaputt. Im Grab bewegen wir nichts mehr.
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)
Hatschi!
24. Feb
Claudia liegt schlapp auf der Couch. Benutzte Taschentücher, ein Becher Kamillentee und Zwieback auf dem Tisch. Sie hat Gloria telefonisch zum Geburtstag gratuliert und die Afrika-Party abgesagen müssen. Es hat keinen Zweck, sich noch aufzuraffen, dort als Bazillenschleuder anzutanzen, sie fühlt sich zu geschwächt. Verdammte…nein, keine Schweinegrippe, aber mindestens grippaler Infekt. Wenn es über Nacht nicht besser wird, wird sie sich zum Arzt schleppen müssen oder sie bleibt einfach den ganzen Tag im Bett. Jetzt ist sie auch noch allein in der Wohnung. Andere haben eine Super-Nacht in Vancouver, gehen in den Swinger-Club im Museum Secession oder machen „Pop Life“ in Hamburg. Ihr iPhone hat sie jetzt auf stumm geschaltet.Sollen ihre Freunde doch feiern wie sie lustig sind. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als auf das alles zu Husten und die eingeschaltete Glotze. Niemand kann mehr unterscheiden, ob wahre oder erfundene Geschichten erzählt werden, murmelt Claudia vor sich hin. Alles Fake bei Britt, Richterin Barbara Salesch und der Millionärin, die einen Mann sucht. Und bei den Öffentlich-Rechtlichen werden Millionen GEZ-Gelder verschwendet. Die Jagd auf Schwarzseher kostet schon Millionen. Mit meinem Geld machen die was sie wollen, denkt Claudia. Das machen sie mit Millionen Menschen so. Diese Intendanten. Ignoranten. Auf die reimt sich doch nichts mehr. Die Masse spült das Geld in die Kasse. Virenverseuchtes Leben. Matsch auf den Strassen, Matsch in der Birne. Und der Reporter beim Eisschnellauf redet und redet und redet und redet. Wo hat Markus die Fernbedienung versteckt? So schlummert Claudia später beim Curling ein. Irgendwann in der Nacht implodiert der Fernseher.
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)
Rogge und die Bischöfin
23. Feb
Rogge war auf einer Party, bei der er vielleicht THC eingeatmet hat, aber er hat weder gekifft noch andere Drogen zu sich genommen.
Das kann die Bischöfin bezeugen.
Sie hat einige Bierchen getrunken, nicht er.
Er trank nur Kobrablut.
Rogge ist genervt von den Verkehrskontrollen, den Bullen, der Justiz.
Das wird wieder eine geile Gerichtsverhandlung.
Welcher Tatbestand ist in Deutschland eigentlich straffrei?
“Wo ist denn mein blödes Handy?”, jault Rogge auf. “Ich habe doch noch einen Telefonjoker.”
Was nur, wenn er wieder verknackt wird?
Bewährung futsch.
Den umgebauten Hummer kann er sich for ever abschminken.
Man kann halt nicht aus seiner Haut, auch wenn sie schon in Fetzen von den Ohren hängt.
Jetzt nur nicht abkotzen.
Die schweigsame Bischöfin hätte auch was dagegegen.
Sie wird ihn gleich bei Guido absetzen, der hoffentlich schon schläft und nicht wieder über HartzIV mit ihm palavern will.
Seine Kellnerfreunde hat er ja im besten Hotel der Stadt untergebracht.
Vorsorglich hatte Rogge morgens den Zweitwohnungsschlüssel eingesteckt.
Schwarz ist die Nacht, schwarz sind die Geldkonten, die niemand sieht.
Rogge ist bedient.
Die Bischöfin verschwindet im Nirwana.
Zur Entspannung wird er sich einen Hardcore-Porno reinziehen, denn Männer sind Sklaven der Biologie…
Rogge lacht laut auf, “JaJaJa…und die Frauen sind immer verzweifelt auf der Suche nach Liebe. Oder nach neuen Schuhen.
Wo ist denn der verdammte Lichtschalter?”
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)
Zugehört: 24 erste Sätze vom Tag.
26. Jan
Frau Huffington hat schon vor einer Woche für die DLD09 abgesagt.
Der Lotto-Jackpot wurde nicht geknackt.
Das Glück kommt lautlos, aber man hört, wenn es geht. (A. Selinko)
Geduld zahlt sich aus.
Marc, Macke & Delaunay bringen Farbe in die Stadt.
Hund stinkt nach Hund.
Gefrorenes Hirn: Kälte macht dumm.
Ist der Käse endlich reif?
Was heißt schon “auf den letzten Drücker”?
Jeder hat ein Recht auf Wärme: Die Wohnung muss zwische 6 und 20 Uhr auf mindestens 20 Grad geheizt werden.
Hast du eine Ahnung, was so eine Zahnspange kostet?
Das Jahr des Büffels beginnt heute.
Die Arbeit ist ein Vergnügen.
Der Ortheil hat den mit 7.500 Euro dotierten Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis der Stadt Alzey bekommen.
Die Dichter bauen Luftschlösser, die Leser bewohnen sie und die Verleger kassieren die Miete. (Maxim Gorki)
Der Schiedsrichter hat doch die Deutschen verschaukelt.
Das Lichtzelt taugte nichts, Amazon hat den Betrag sofort erstattet.
Alle Liebesbriefe sind lächerlich.
Jeden Tag will man mir ein Upgrade aufschwatzen, aber ich brenne nichts mehr.
Der Bus ist soeben weg.
Wo liegt denn die Augen- und Nasensalbe?
Der Tee schmeckt besser, wenn er kräftig zubereitet wird.
Tom Cruise hat fünfzehn Mal die Schule gewechselt.
Ich schreibe hier einen Beschwerdebrief über eine mangelhafte Dienstleistung.
Am Schreibtisch
15. Jan
(Was macht Erol?)
(16:06) Erol kehrt an den Schreibtisch zurück, auf dem noch das Glas Wasser von Montag steht. Ihm ist unklar, wie er nun beginnen soll. Er kramt in Papieren, nimmt ungeöffnete Briefe in die Hand, liest die Einladung für eine neue Veranstaltungsreihe. Henry hatte schon davon erzählt: der 13 Folgen umfassende Filmzyklus DIE ZWEITE HEIMAT – CHRONIK EINER JUGEND (1988 – 1992) von Edgar Reitz wird in der Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek gezeigt. Wollen wir uns das ansehen?, hatte Henry gefragt. Im ersten Monat des neuen Jahres gleich wieder in die Vergangenheit zurück. Das wollte Erol nicht. Und mit Henry über München reden, das wollte er auch nicht.
Auf dem Schreibtisch ein Stapel Bücher, die er sich aus der Stadtbibliothek ausgeliehen hat, die auch noch im Januar wieder abgegeben werden müssen, da sonst eine Strafgebühr zu bezahlen ist. Ansonsten hielt er es mit Nietzsche: “Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.” Nun, er war schon seit letzten Sommer damit beschäftigt, den Umfang seiner Bibliothek zu reduzieren. Aber er hatte das Gefühl, die Bücher werden nicht weniger, denn es verging ja kein Tag, an dem er nicht auf eBay, Amazon Marketplace, Abebooks oder Booklooker nach Bücher suchte und auch fündig wurde. Dann die Geschenke von den Freunden. Seit Jahren bekam er “nur” Bücher und Notizbücher geschenkt. Zudem warfen die Verlage ständig Neuerscheinungen auf den Markt, die ihn interessierten. Seine Ersparnisse waren längst aufgebraucht, der Dispo hoffnungslos ausgereizt und Extra-Zinsen versprach nur ein Prospekt der ING DiBa, für ein Guthaben, das er nicht mehr hatte.
(16:33) Nein. Erol erinnert sich nicht an den ersten Satz, den er heute gesprochen hat. In den Händen hält er einen Kalender von 2007. Keine eigenen Einträge darin. Kein Wort über das Wetter. Das ganze Jahr 2007 hat er kein Wort über das Wetter notiert. Jedenfalls nicht in diesen Kalender. Unbenutzt lag der hier im Zimmer in der Schreibtischschublade. Zwei Jahre lang. 2007. So fern. Auch 2008 ist schon Geschichte. Wie war heute das Wetter? Unerheblich, sich darüber Gedanken zu machen. Er hat ja die Wohnung heute nicht verlassen und wird es heute auch nicht mehr tun.
Die Lücke, die wir hinterlassen, ersetzt uns vollkommen.
08. Dez
(Was macht Erol?)
(10:16) Erol sah auf die leere CD-Hülle. Es handelte sich um eine CD, die im Februar 2001 dem Rolling Stone Magazin beilag. Irgendwo hatte er noch einen ganzen Stapel dieser CDs. Jetzt las er von Aimee Mann und Frank Black, er erinnerte sich an ihre Stimmen, die anderen Namen auf der Papphülle sagten ihn nichts. Es war keine Musik an. Er musste sich auf seine Arbeit konzentrieren.
(11:36) Erol hasste die Parship.de Anzeigen, die dauernd auf den Webseiten eingeblendet wurden. Den passenden Partner finden. Das wollte er zur Zeit wirklich nicht. Ihm war es lieber in diesen Wintermonaten ganz für sich allein zu bleiben. Auch wenn schon Weihnachten aufdringlich nahe kam. Er hatte sich für die Feiertage bei seinen Eltern angemeldet. Die freuten sich. Und er sich ja auch, wenn auch nicht alles Friede, Freude, Lagerfeuer war. Zuletzt kam es sogar auf Mutters Geburtstagsfeier wegen Julie zu Streitereien. Wer etwas verstehen will, muss verstehen wollen. Er hatte es nicht immer leicht mit seiner Mutter. Nachdenklich saß Erol ein paar Minuten, starrte auf einen Artikel über Marcel Proust. War Marcel Proust ein glücklicher Mensch?
(12:00) Erol konzentrierte sich wieder auf die Stars und Sternchen und behielt die Nachrichtenticker im Auge. Kate Moss mochte die Musik von Pete Doherty nie. Madonna widmete dem Papst einen Song. Mel C. traut nur ihrer Mutter. Langweilige Stories. Und die Bilder, auf denen Jamie Lee Curtis nackt posiert, wollte er auch nicht sehen. Aber bedauerlich, dass Joaquim Phoenix keine Filme mehr drehen möchte. Als Johnny Cash wird er ewig in Erinnung bleiben. Erol flüsterte die letzte Strophe von I walk the line vor sich hin. I keep a close watch on this heart of mine/ I keep my eyes wide opened all the time/ I keep the ends out for the tide at vines/ Because you’re mine – I walk the line.
(12:55) Erol ärgerte sich, das Feature über den Dichter Johannes Schenk im Deutschlandfunk verpasst zu haben. Martha erzählte begeistert davon. Sie war seit jeher ein Fan der Malerin Natascha Ungeheuer, der Lebensgefährtin von Johannes Schenk, mit der sie in Worpswede öfters ein Schwätzchen hielt. Aber welcher Verlag nun Schenks Gesamtwerk veröffentlichen wird, konnte Martha auch nicht sagen. Erol erinnerte sich an Lesungen in Berlin, im Café Einstein, vom DAAD veranstaltet, im Schenk’schen Sonntagscafé. Das war in den 80er Jahren. Seit Jahren hatte er keine Gedichte von Johannes Schenk mehr gelesen, zuletzt Café Americain, in der DVA erschienen. Zu blöd, dass seine Lyrik-Bibliothek noch immer in Kisten verpackt, im Keller der letzten Wohnung lagerten. Natürlich hatte er jetzt keinen Gedichtband von Johannes Schenk zur Hand.
(13:44) Erol schüttete die Pommes Frites auf das Backblech und schob es in den Backofen. Die Pfanne für die Spiegeleier stand schon auf dem Herd. Noch war es kalt in der Küche. Wo war nur die Mayonaise, wenn nicht im Kühlschrank? Hunger, Hunger, Hunger. Er musste dringend seinen knurrenden Magen befriedigen. “Gerne ess ich Essig. Ess ich Essig, ess ich Essig zum Salat”, rezitierte er ins Blaue und schlug die Eier in die Pfanne. Er dachte an seinen bevorstehenden Nachmittagstermin, wo er unbedingt gute Laune verbreiten wollte. Hungrig war er dazu absolut nicht in der Lage. Jetzt kam sogar die Sonne durch. Er sah UPS um die Ecke biegen.
(18:45) Erol telefonierte mit Henry, der an seiner Geschäftsidee feilte, mit der er sich an einem bundesweiten Ideenwettbewerb beteiligen will. Einsendeschluss für das Start-Up ist schon im Januar, stöhnte Henry. Und die Tage um Weihnachten wird ihn seine Familie einspannen. Die sind schon maulig. Und er sei für seine Firma in Verhandlung mit Verlagen, die Buchtrailer drehen wollen. Das ist der Trend, sagte Henry. Jetzt stöhnte Erol, der kaum Lust verspürte, sich mit Henry schon wieder über Buchwerbung zu unterhalten. Schau dir auf YouTube mal an, was es da schon alles gibt…Mach ich, Henry! Ganz bestimmt. Lass uns am Freitag im bell-Arte darüber fachsimpeln.
Dezember
02. Dez
Monat der Ausgaben.
Monat der Geschenke.
Monat der Verzweiflung.
Monat der Kälte.
Monat der Glühweintrinker.
Monat der schlechten Nachrichten.
Monat der Sonette.
Monat der Lykke Li.
Monat, um die Contenance zu verlieren.
Monat, der Noel Gallagher-Interviews.
Monat der gemeinsamen Tage.
Monat der Tagträume.
Monat der Zeitreisen.
Monat der Adventskalender.
Monat der F.A.Z.-Blogs.
Monat der magischen Orte.
Monat der Kindheit.
Monat der Weihnachtsmärkte.
Monat der LSD-Trips.
Monat der guten Taten.
Monat der Verstorbenen.
Monat der Sanitäter.
Monat der Familie.
Monat der immer kürzer werdenden Tage.
Monat der Ruhe-Inseln im Alltag.
Monat der Glückshormone.
Monat der brennenden Weihnachtsbäume.
Monat der positiven Abschlüsse.
Monat der Pinimenthol-Erkältungsbäder.
Monat der selbstgefälligen Spießbürger.
Monat der klassischen Naturmöbel.
Monat der Stromfresser.
Pleite.



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