Claudia liegt schlapp auf der Couch. Benutzte Taschentücher, ein Becher Kamillentee und Zwieback auf dem Tisch. Sie hat Gloria telefonisch zum Geburtstag gratuliert und die Afrika-Party abgesagen müssen. Es hat keinen Zweck, sich noch aufzuraffen, dort als Bazillenschleuder anzutanzen, sie fühlt sich zu geschwächt. Verdammte…nein, keine Schweinegrippe, aber mindestens grippaler Infekt. Wenn es über Nacht nicht besser wird, wird sie sich zum Arzt schleppen müssen oder sie bleibt einfach den ganzen Tag im Bett. Jetzt ist sie auch noch allein in der Wohnung. Andere haben eine Super-Nacht in Vancouver, gehen in den Swinger-Club im Museum Secession oder machen „Pop Life“ in Hamburg. Ihr iPhone hat sie jetzt auf stumm geschaltet.Sollen ihre Freunde doch feiern wie sie lustig sind. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als auf das alles zu Husten und die eingeschaltete Glotze. Niemand kann mehr unterscheiden, ob wahre oder erfundene Geschichten erzählt werden, murmelt Claudia vor sich hin. Alles Fake bei Britt, Richterin Barbara Salesch und der Millionärin, die einen Mann sucht. Und bei den Öffentlich-Rechtlichen werden Millionen GEZ-Gelder verschwendet. Die Jagd auf Schwarzseher kostet schon Millionen. Mit meinem Geld machen die was sie wollen, denkt Claudia. Das machen sie mit Millionen Menschen so. Diese Intendanten. Ignoranten. Auf die reimt sich doch nichts mehr. Die Masse spült das Geld in die Kasse. Virenverseuchtes Leben. Matsch auf den Strassen, Matsch in der Birne. Und der Reporter beim Eisschnellauf redet und redet und redet und redet. Wo hat Markus die Fernbedienung versteckt? So schlummert Claudia später beim Curling ein. Irgendwann in der Nacht implodiert der Fernseher.
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)
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