Links geht es weiter mit Uljana Wolf, Johannes Bobrowski, Anton Tschechow und James Ellroy

Wär’ ich ein Uferschneck

(Der Tagesspiegel, Ulrich Rüdenauer)

In ihrem neuen Gedichtband „Falsche Freunde“ spielt die Dichterin Uljana Wolf mit den Fallstricken der Sprache und schreibt über Übersetzungsprobleme und Hollywood-Diven.

Schriftsteller Johannes Bobrowski

(Zeit Online, Fokke Joel)

“Ich gewöhn mich ins Glück, / ich sage, es ist ganz leicht”, zitiert der Dichter Christoph Meckel seinen Freund Johannes Bobrowski. Und erzählt von der letzten Zeit vor dessen Tod: “Schließlich wurde er immer müder. Das Gesicht mit den Pferdeaugen hing schwer nach vorn, und es war zu erkennen, dass er sich schleppte.” Der Ruhm, Bobrowskis legendäres Talent zur Freundschaft und seine zeitraubende Arbeit als Lektor im Ostberliner Union Verlag, das alles war neben der Familie kaum noch zu bewältigen. Erst spät, 1961, war sein erster Gedichtband erschienen, Sarmatische Zeit. Im Jahr 1965 starb er im Alter von 48 Jahren an den Folgen einer Blinddarmentzündung. Im Jahr 2008 übernahmen die Historischen Sammlungen der Landesbibliothek Berlin die rund 2200 Bücher des Dichters. Bis zum 31. März sind einige von ihnen im Lesesaal der Sammlung in einer kleinen Ausstellung zusehen, zusammen mit Fotos und anderen Zeugnissen des Dichters.

Er liebte gezähmte Land- und Leidenschaften

(bazonline.de/ Guido Kalberer)

Am 29.01.2010 vor 150 Jahren wurde Anton Tschechow geboren. Die amerikanische Publizistin Janet Malcolm reiste auf den Spuren des früh an Tuberkulose verstorbenen Genies und hat eine empfehlenswerte Reportage geschrieben, die jetzt die deutscher Übersetzung im Berlin Verlag erschienen ist(im Original bereits 2001). Nach der kurzweiligen 200-seitigen Reise lässt sich mit einiger Bestimmtheit eines sagen: Besser als «Tschechow lesen» ist nur Tschechow lesen.

Ein Leben in dunklen Zimmern

(Deutschlandradio Kultur, Liane von Billerbeck)

James Ellroy im Gespräch mit Liane von Billerbeck über die Arbeit an “Blut will fließen”.
Gerade ist der dritte Teil der “Underworld USA”-Trilogie des US-Amerikaners James Ellroy unter dem Titel “Blut will fließen” erschienen. Darin geht es um “schlimme Männer”, die sich in die “rote Göttin” verlieben. Der Schriftsteller ist derzeit auf Lesereise in Deutschland.

von Billerbeck: Aber wenn man so im Dunkeln liegt, ohne Handy, ohne Internet, ohne Fernsehen, ohne sonst was, wie recherchiert man dann? In Ihrem Buch sind ja auch viele Stellen, die spielen auf Kuba, auf Hawaii – wie haben Sie diese Recherche dann gemacht? Haben Sie dafür Rechercheure gehabt, die das für Sie erledigt haben?

Ellroy: Ja, ich stelle tatsächlich solche Faktenfinder an, die mir bestimmte Tatsachenzusammenstellungen liefern, Chronologien und dergleichen. Das ermöglicht mir dann, mit sehr viel Ermessensspielraum da hineinzuschreiben.

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