Mit der Kleinen Zeitung sprach Peter Handke über das Lesen, Serbien und Ortstafeln.
Das Motto des Lesewettbewerbes unter Ihrer Schirmherrschaft lässt den Teilnehmern einen großen Spielraum offen. Sollte man Kinder zum Lesen motivieren?
Peter Handke: Man kann niemanden motivieren, wenn in ihm selbst nichts vorhanden ist. Es ist irreführend, wenn man glaubt, man könnte motivieren. Als ich selber jung war, war ich vielleicht einer unter Hunderten oder mehr, die gelesen haben. Es war ein Bedürfnis von mir, zu lesen. Als ich noch in die Hauptschule ging, waren es nur ein Mädchen und ich, die sich jede Woche freuten, wenn der Schrank mit den Büchern geöffnet wurde. Meine Mutter musste mir öfters sagen, jetzt hör auf zu lesen. Zum Teil war es wirklich auch eine Flucht vor der Arbeit auf dem Feld. Bei mir war es gleichzeitig eine Flucht und eine Sehnsucht nach dem Leben.
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