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SWR Bestenliste

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Juni 2007
1. (5.) 73 Punkte

PETER KURZECK: Oktober und wer wir selbst sind
Roman. Stroemfeld Verlag, 207 Seiten, 19,80 Euro
mittelschwere Lektüre

Alltage des Jahres 1983: Peter, der Erzähler, seine Frau, sein Kind. Nahberichte, die sich zu einem Kosmos fügen.

2. (-) 64 Punkte

WERNER BRÄUNIG: Rummelplatz
Roman. Herausgegeben von Angela Drescher.
Aufbau Verlag, 768 Seiten, 24,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Ein großer Roman über die Jahre vom Kriegsende bis zum Aufstand 1953 – bisher unveröffentlicht, weil von der DDR-Führung unterdrückt. Im Zentrum, die “Wismut”, der staatliche Abbaubetrieb für Uranerz.

3. (-) 59 Punkte

NICOLAS BORN: Briefe 1959-1979
Herausgegeben von Katharina Born.
Wallstein Verlag, 663 Seiten, 34,00 Euro
leichtere Lektüre

Der früh verstorbene Autor auf dem Weg zu einem Klassiker der Nachkriegsmoderne. Nach den Gedichten jetzt die Briefe und Briefwechsel: mit Peter Handke, Günter Kunert, F.C. Delius, Günter Grass, Rolf Dieter Brinkmann, Dieter Wellershoff, …

4. (2.) 40 Punkte

CORMAC McCARTHY: Die Straße
Roman. Deutsch von Nikolaus Stingl.
Rowohlt Verlag, 256 Seiten, 19,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Nach der Katastrophe: Zerstörte Landschaften, grauer Schnee, Eiseskälte. Zwei sind unterwegs: Ein Vater und sein kränkelnder Sohn.

5. (6.) 31 Punkte

JEAN ECHENOZ: Ravel
Roman. Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel.
Berlin Verlag, 112 Seiten, 18,00 Euro
leichtere Lektüre

Der 52-jährige Ravel im Jahre 1927 kurz vor einer langen Amerikareise: die Moderne tanzt. Ravel schreibt ihr die Melodie: seinen Boléro.

6. (-) 30 Punkte

NATASHA RADOJCIC: Halids Heimkehr
Roman. Aus dem Amerikanischen
von Friederike Meltendorf.
Berlin Verlag, 205 Seiten, 19,90 Euro
leichtere Lektüre

“Was als Heimkehrergeschichte beginnt, verwandelt sich zur Chronik eines angekündigten Todes. ? Genau besehen ist es eine alte Geschichte, die hier erzählt wird. Doch sie gelingt so gut, dass es scheint, als läse man sie zum ersten Mal.” (Eberhard Falcke)

7. (10.) 28 Punkte

PAUL WÜHR: Dame Gott
Carl Hanser Verlag, 336 Seiten, 27,90 Euro
schwierigere Lektüre

Zum 80. Geburtstag Paul Wührs ein Gedichtband der letzten Fragen: nach dem Ursprung der Schöpfung, nach dem Anfang des Dichtens. Eine poetische Geschichte der Gottessuche, die den Herrn in eine Dame verwandelt.

8. (-) 25 Punkte

SJÓN: Schattenfuchs
Roman. Aus dem Isländischen von Betty Wahl.
S. Fischer Verlag, 126 Seiten, 16,90 Euro
leichtere Lektüre

Sjón alias Sigurjón B. Sigurdsson hat für Lars von Trier und Björk geschrieben, sein schmaler Roman erzählt von einer Jagd, vom Jagdfieber, von der Verwandlung des Jägers in ein besonnenes Tier. Und vom Tod der Tochter und dem Unwillen, sie der Kirche zu überlassen.

9. (8.-9.) 23 Punkte

HANS-JOACHIM SCHÄDLICH: Vorbei
Drei Erzählungen
Rowohlt Verlag, 158 Seiten, 16,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Der Schriftsteller Stevenson, der Kunsthistoriker Winckelmann, der Komponist Rosetti: Drei Künstlererzählungen um finanzielle Not und den denkbar schlechtesten Augenblick des Todes.

10.-12. (-) 21 Punkte

MAX GOLDT: QQ
Rowohlt.Berlin Verlag, 159 Seiten, 17,90 Euro
leichtere Lektüre

“Kennen Sie nicht QQ? Das steht für “quiet quality” – stille Güte. Ein neues Schlagwort aus den USA für alles, was nicht schreit und spritzt.” So hieß es schon im letzten Buch von Max Goldt. Jetzt ist diese Haltung auch bei uns angekommen und der Titanic-Kolumnist Max Goldt ihr würdigster Vertreter.

10.-12. (-) 21 Punkte

ANNETTE MINGELS: Romantiker
Geschichten von der Liebe
DuMont Verlag, 196 Seiten, 17,90 Euro
leichtere Lektüre

Kurzgeschichten um die allgegenwärtige Liebe, die alles bewegt: die Sonne und die Sterne, die Männer, die Frauen, dich und mich.

10.-12. (-) 21 Punkte

MARTIN WALSER: Das geschundene Tier
Neununddreißig Balladen
Zeichnungen von Alissa Walser.
Rowohlt Verlag, 90 Seiten, 16,90 Euro
mittelschwere Lektüre

“Auf meinem Kopf wachsen tote Bäume, in meinem Herzen blüht Haß, aus meinem Mund stottert Stolz, der hat keine Ahnen. Die Kriege habe ich verloren, schämen muß ich mich nicht.”

Persönliche Empfehlung im Juni von Hubert Spiegel (Frankfurt)

MOHSIN HAMID:
Der Fundamentalist, der keiner sein wollte
Roman. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld.
Verlag Hoffmann und Campe, 190 Seiten, 17,95 Euro

“Warum wird ein erfolgreicher, glänzend ausgebildeter junger Pakistani in New York zum Fundamentalisten? Mohsin Hamid, Harvard-Absolvent aus Lahore, zeigt in seinem zweiten Roman auf spannende und subtile Weise, wie die Attentate vom 11. September den jungen Muslim Changez, der sich für durch und durch westlich hält, in eine Identitätskrise stürzen. An ihrem Ende ist Changez, der Fundamentalist, der keiner sein wollte, ein Produkt Amerikas ebenso wie seiner islamischen Heimat.” (Hubert Spiegel)

Literatur im Fernsehen:

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Sonntag, 3. Juni 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Dagmar Leupold, Harald Martenstein, Orhan Pamuk

Freitag, 15. Juni 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 17. Juni 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Petra Gerster, Silvana Koch-Mehrin, Iris Radisch

Freitag, 29. Juni 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 1. Juli 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Pascal Mercier, Veronika Peters, Arnold Stadler

‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Freitag, 8. Juni 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 10. Juni 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Christoph Hein, Angela Drescher, u.a.

Die ‘Bestenliste’ im Hörfunk:

‘SWR2 Literatur’
Dienstag, 5. Juni um 20.03 Uhr
mit Eberhard Falcke, Martin Lüdke, Hajo Steinert
Moderation: Helmut Böttiger

Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden
Tel. 07221/929-2846
SWR-Bestenliste im INTERNET: www.SWR.de/bestenliste

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April 2006

1. (-) 60 Punkte

KATHARINA HACKER: Die Habenichtse
Roman.
Suhrkamp Verlag, 308 Seiten, 17,80 Euro
leichte Lektüre

“?Die Habenichtse? ist ein Roman von großer erzählerischer Weite.
Er breitet sich aus in einer Fülle von Sujets, Schauplätzen,
Szenerien, sozialen Ensembles. Er spielt vor einer politischen
Kulisse, in den Wochen vor dem Ausbruch des Irakkrieges und vor
einer historischen Kulisse. … Aber was für diesen Roman vor
allem einnimmt, ist seine geistige Weite.” (Ursula März)

2. (-) 58 Punkte

ERNST HERBECK: Wenn man so die Welt durchblickt
Gedichte. Herausgegeben von Armin Abmeier.
Tolles Heft 26. Edition Büchergilde, 32 Seiten, 16,90 Euro
leichte Lektüre

Gedichte, entstanden in der Psychiatrie,
Traumtexte, verdichtet, von Katrin Stangl illustriert.

3. (6.) 53 Punkte

MARGRIET de MOOR: Sturmflut
Roman. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen.
Carl Hanser Verlag, 352 Seiten, 21,50 Euro
leichte Lektüre

“Ich habe dich gewarnt, sagt die Autorin in jeder Passage,
du weißt, wie es endet. Das Element gewinnt, der große Tod
wird jedes kleine Leben nehmen. Wir wollen das nicht glauben
und lesen mit angehaltenem Atem – bis es genau so gekommen ist.”
(Julia Schröder)

4. (4.) 43 Punkte

FERIDUN ZAIMOGLU: Leyla
Roman.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 528 Seiten, 22,90 Euro
leichte Lektüre

“….ein Buch, mit dem sich einer der interessantesten
 deutschen Gegenwartsautoren neu erfindet und in dem er uns
 einen beklemmenden, abstoßenden, faszinierenden und zärtlichen
 Einblick gibt in eine Welt, die wir nicht kennen.” (Hubert Spiegel)

5. (-) 41 Punkte

CLEMENS MEYER: Als wir träumten
Roman.
S. Fischer Verlag, 528 Seiten, 19,90 Euro
leichte Lektüre

Danie, Mark, Pitbull, Rico und Paul wachsen im Osten von Leipzig auf.
Zwischen Autoklau, Alkohol und Angst, zwischen Wut und Zerstörung
träumen sie vom eigenen Leben. “Clemens Meyers starker Roman über
Halbstarke besitzt einiges Deutungspotenzial. Seine Geschichten vom
harten Boden der Tatsachen sind ein großartiger Talentbeweis.”
(Eberhard Falcke)

6. (-) 38 Punkte

JUDITH KUCKART: Kaiserstraße
Roman.
DuMont Verlag, 317 Seiten, 19,90 Euro
leichte Lektüre

1957, 1967, 1977, 1989, 1999 – Wendemarken der deutschen Geschichte
im Spiegel einer sich wandelnden Straße.

7. (10. – 11.) 33 Punkte

JAN FAKTOR: Schornstein
Roman.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 288 Seiten, 19,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Schornstein hat einen Herzinfarkt, eine seltene Stoffwechselkrankheit,
aber keine Krankenkasse, die zahlt. Er nimmt den Kampf auf, mit Ärzten,
Kassen, der Gesundheitsbürokratie. Ein etwas anderer Michael Kohlhaas,
humorvoll, selbstironisch.

8. – 9. (-) 31 Punkte

ROLF BOSSERT: Ich steh auf den Treppen des Winds
Gesammelte Gedichte 1972 – 1985.
Verlag Schöffling & Co., 348 Seiten, 24,00 Euro
mittelschwere Lektüre

“In Bosserts Gedichten stehen die Bilder erst richtig,
wenn sie umgestoßen sind. Er fährt durch die Ordnung der Sprache,
bis die Scherben funkeln. In diesem Funkeln sitzen Angst und Lust
beisammen.” (Herta Müller)

8. – 9. (-) 31 Punkte

ILIJA TROJANOW: Der Weltensammler
Roman.
Carl Hanser Verlag, 480 Seiten, 24,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Ein Held des 19. Jahrhunderts, ein besessener Grenzüberschreiter:
Richard Burton, britischer Offizier, konvertiert zum Islam,
pilgert unerkannt nach Mekka, reist zu den Quellen des Nils,
lebt mit einer Kurtisane in Indien.

10. (-) 29 Punkte

SIBYLLE LEWITSCHAROFF: Consummatus
Roman.
DVA, 240 Seiten, 18,90 Euro
leichte Lektüre

Ein moderner Orpheus, der vom nahen Totenreich erzählt, mehr
oder weniger berühmte Tote, die sich einmischen – ein Spiel
um Tod und Auferstehung. Es ist vollbracht.

Persönliche Empfehlung im April von Jens Jessen (Hamburg)

NICOLAS GOMEZ DAVILA: Notas
Unzeitgemäße Gedanken
Aus dem Spanischen von Ulrich Kunzmann
Verlag Matthes & Seitz, 448 Seiten, 34,90 Euro

“Das Hauptwerk des 1994 gestorbenen kolumbianischen Philosophen,
das allen modernen Selbstverständlichkeiten spottet. Seine
katholisch inspirierte Gegenwartskritik sieht in Faschismus,
Kommunismus und bürgerlichem Kapitalismus denselben
gottvergessenen Materialismus am Werk. Das ultimative Gegengift
gegen die Talkshow-Demokratie.” (Jens Jessen)
Die ‘Bestenliste’ im Fernsehen

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 7. April um 0.05 Uhr, SÜDWESTFernsehen
Karfreitag, 14. April um 09.15 Uhr in 3sat
Gäste: Ralph Ghadban, Necla Kelek, Nahed Selim

Freitag, 12. April um 0.05 Uhr, SÜDWESTFernsehen
Gäste: Frank Schätzing; Rabea Edel, Paul Ingendaay, Clemens Meyer

Diskussionssendung zur  ‘Bestenliste’  im Hörfunk:
SWR2 RadioART: Literatur
Dienstag, 4. April um 21.03 Uhr
Über Bücher der April-Bestenliste diskutieren Julia Schröder,
Martin Ebel und Eberhard Falcke. Moderation: Andreas Isenschmid

Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden

SWR-Bestenliste im INTERNET:
www.SWR.de/bestenliste

copyright: SWR

1. (-) 60 Punkte

KATHARINA HACKER: Die Habenichtse
Roman.
Suhrkamp Verlag, 308 Seiten, 17,80 Euro
leichte Lektüre

“?Die Habenichtse? ist ein Roman von großer erzählerischer Weite.
Er breitet sich aus in einer Fülle von Sujets, Schauplätzen,
Szenerien, sozialen Ensembles. Er spielt vor einer politischen
Kulisse, in den Wochen vor dem Ausbruch des Irakkrieges und vor
einer historischen Kulisse. … Aber was für diesen Roman vor
allem einnimmt, ist seine geistige Weite.” (Ursula März)

2. (-) 58 Punkte

ERNST HERBECK: Wenn man so die Welt durchblickt
Gedichte. Herausgegeben von Armin Abmeier.
Tolles Heft 26. Edition Büchergilde, 32 Seiten, 16,90 Euro
leichte Lektüre

Gedichte, entstanden in der Psychiatrie,
Traumtexte, verdichtet, von Katrin Stangl illustriert.

3. (6.) 53 Punkte

MARGRIET de MOOR: Sturmflut
Roman. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen.
Carl Hanser Verlag, 352 Seiten, 21,50 Euro
leichte Lektüre

“Ich habe dich gewarnt, sagt die Autorin in jeder Passage,
du weißt, wie es endet. Das Element gewinnt, der große Tod
wird jedes kleine Leben nehmen. Wir wollen das nicht glauben
und lesen mit angehaltenem Atem – bis es genau so gekommen ist.”
(Julia Schröder)

4. (4.) 43 Punkte

FERIDUN ZAIMOGLU: Leyla
Roman.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 528 Seiten, 22,90 Euro
leichte Lektüre

“….ein Buch, mit dem sich einer der interessantesten
 deutschen Gegenwartsautoren neu erfindet und in dem er uns
 einen beklemmenden, abstoßenden, faszinierenden und zärtlichen
 Einblick gibt in eine Welt, die wir nicht kennen.” (Hubert Spiegel)

5. (-) 41 Punkte

CLEMENS MEYER: Als wir träumten
Roman.
S. Fischer Verlag, 528 Seiten, 19,90 Euro
leichte Lektüre

Danie, Mark, Pitbull, Rico und Paul wachsen im Osten von Leipzig auf.
Zwischen Autoklau, Alkohol und Angst, zwischen Wut und Zerstörung
träumen sie vom eigenen Leben. “Clemens Meyers starker Roman über
Halbstarke besitzt einiges Deutungspotenzial. Seine Geschichten vom
harten Boden der Tatsachen sind ein großartiger Talentbeweis.”
(Eberhard Falcke)

6. (-) 38 Punkte

JUDITH KUCKART: Kaiserstraße
Roman.
DuMont Verlag, 317 Seiten, 19,90 Euro
leichte Lektüre

1957, 1967, 1977, 1989, 1999 – Wendemarken der deutschen Geschichte
im Spiegel einer sich wandelnden Straße.

7. (10. – 11.) 33 Punkte

JAN FAKTOR: Schornstein
Roman.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 288 Seiten, 19,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Schornstein hat einen Herzinfarkt, eine seltene Stoffwechselkrankheit,
aber keine Krankenkasse, die zahlt. Er nimmt den Kampf auf, mit Ärzten,
Kassen, der Gesundheitsbürokratie. Ein etwas anderer Michael Kohlhaas,
humorvoll, selbstironisch.

8. – 9. (-) 31 Punkte

ROLF BOSSERT: Ich steh auf den Treppen des Winds
Gesammelte Gedichte 1972 – 1985.
Verlag Schöffling & Co., 348 Seiten, 24,00 Euro
mittelschwere Lektüre

“In Bosserts Gedichten stehen die Bilder erst richtig,
wenn sie umgestoßen sind. Er fährt durch die Ordnung der Sprache,
bis die Scherben funkeln. In diesem Funkeln sitzen Angst und Lust
beisammen.” (Herta Müller)

8. – 9. (-) 31 Punkte

ILIJA TROJANOW: Der Weltensammler
Roman.
Carl Hanser Verlag, 480 Seiten, 24,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Ein Held des 19. Jahrhunderts, ein besessener Grenzüberschreiter:
Richard Burton, britischer Offizier, konvertiert zum Islam,
pilgert unerkannt nach Mekka, reist zu den Quellen des Nils,
lebt mit einer Kurtisane in Indien.

10. (-) 29 Punkte

SIBYLLE LEWITSCHAROFF: Consummatus
Roman.
DVA, 240 Seiten, 18,90 Euro
leichte Lektüre

Ein moderner Orpheus, der vom nahen Totenreich erzählt, mehr
oder weniger berühmte Tote, die sich einmischen – ein Spiel
um Tod und Auferstehung. Es ist vollbracht.

Persönliche Empfehlung im April von Jens Jessen (Hamburg)

NICOLAS GOMEZ DAVILA: Notas
Unzeitgemäße Gedanken
Aus dem Spanischen von Ulrich Kunzmann
Verlag Matthes & Seitz, 448 Seiten, 34,90 Euro

“Das Hauptwerk des 1994 gestorbenen kolumbianischen Philosophen,
das allen modernen Selbstverständlichkeiten spottet. Seine
katholisch inspirierte Gegenwartskritik sieht in Faschismus,
Kommunismus und bürgerlichem Kapitalismus denselben
gottvergessenen Materialismus am Werk. Das ultimative Gegengift
gegen die Talkshow-Demokratie.” (Jens Jessen)
Die ‘Bestenliste’ im Fernsehen

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 7. April um 0.05 Uhr, SÜDWESTFernsehen
Karfreitag, 14. April um 09.15 Uhr in 3sat
Gäste: Ralph Ghadban, Necla Kelek, Nahed Selim

Freitag, 12. April um 0.05 Uhr, SÜDWESTFernsehen
Gäste: Frank Schätzing; Rabea Edel, Paul Ingendaay, Clemens Meyer

Diskussionssendung zur  ‘Bestenliste’  im Hörfunk:
SWR2 RadioART: Literatur
Dienstag, 4. April um 21.03 Uhr
Über Bücher der April-Bestenliste diskutieren Julia Schröder,
Martin Ebel und Eberhard Falcke. Moderation: Andreas Isenschmid

Südwestrundfunk
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März 2007
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1. (-) 125 Punkte

PETER HANDKE: Kali
Eine Vorwintergeschichte
Suhrkamp Verlag, 160 Seiten, 16,80 EUR
mittelschwere Lektüre

‘Wir sehen Peter Handke in seiner ganzen Fähigkeit zur sentimentalen Aufladung ontologischer Kindlichkeitsutopien samt ihren christlichen Erlösungsszenerien. Und wir sehen Peter Handkes grandioses ästhetisches Temperament, dessen Experimente den schlichten Wahrheitsanspruch solcher Erlösung, gleichsam aus den Kulissen der Erzählung heraus, infrage stellen.’ (Ursula März)

2. (-) 90 Punkte

WILHELM GENAZINO: Mittelmäßiges Heimweh
Roman. Carl Hanser Verlag, 192 Seiten, 17,90 EUR
leichtere Lektüre

‘Der letzte Satz, den der Existenzialhumorist Genazino seinem Helden in den Mund legt, lautet: ‘Ich bin beschädigt, ich habe Zeit.’ Spätestens da ist der Humor tief schwarz geworden. Wunderbar! Wer so vom mittelmäßigen Unglück erzählen kann, der muss von Besserungsaussichten verschont bleiben.’ (Eberhard Falcke)

3. (-) 72 Punkte

ANNA MITGUTSCH: Zwei Leben und ein Tag
Roman. Luchterhand Literaturverlag, 352 Seiten, 19,95 EUR

Nach einem heimatlosen Leben in Amerika, Asien und Osteuropa trennen sich Edith und Leonard. Gabriel, der erwachsene Sohn, wohnt bei der Mutter. Was bleibt, sind die Briefe der Mutter an ihren Ex-Mann: Versuche zu verstehen, was den Sohn zum Außenseiter machte, woran die Beziehung letztlich zerbrach.

4. (-) 62 Punkte

INGO SCHULZE: Handy
Dreizehn Geschichten in alter Manier
Erzählungen. Berlin Verlag, 280 Seiten, 19,90 EUR
leichtere Lektüre

Ein Ferienbungalow in der Nähe Berlins, nächtliche Randalierer, ein etwas wehrhafter Nachbar, Mailboxansagen wie aus dem tiefsten Weltraum – und alles per Handy verbunden. Wer sich ins Netz begibt, kommt nicht mehr raus.

5. (-) 37 Punkte

SILKE SCHEUERMANN: Die Stunde zwischen Hund und Wolf
Roman. Verlag Schöffling & Co., 124 Seiten, 17,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Zwei Schwestern, die sich nach Jahren wiedersehen. Die Schöne, Begehrte, die ewig Helfende. Die eine will das nicht länger sein, die andere ist längst auf dem Weg in den Abgrund des Alkoholismus.

6. (-) 31 Punkte

WOLFGANG SCHLÜTER: Anmut und Gnade
Roman. Eichborn Verlag, 359 Seiten, 30,00 EUR
mittelschwere Lektüre

Paris im Jahre 2003. Krieg in den Vorstädten. Zur gleichen Zeit probt ein Orchester eine Oper von Jean-Philippe Rameau. Aber was heute einen friedlichen Kontrapunkt zu den Unruhen setzt, war bei der Entstehung äußerst umkämpft. Ein Symbol im Streit um die Zukunft der Oper.

7.-8. (-) 30 Punkte

WILLIAM BOYD: Ruhelos
Roman. Aus dem Englischen von Chris Hirte.
Berlin Verlag, 368 Seiten, 22,00 EUR
mittelschwere Lektüre

‘Traue niemandem’. Das ist die wichtigste Regel für einen Spion. Eva Delektorskaja floh aus Russland vor der Revolution. 1939 rekrutiert sie der britische Geheimdienst. 1976 erzählt sie der Tochter von ihrem ruhelosen Leben.

7.-8. (-) 30 Punkte

RICHARD YATES: Easter Parade
Roman. Aus dem Amerikanischen von Anette Grube.
DVA, 304 Seiten, 19,95 EUR
leichtere Lektüre

‘Keine der Grimes-Schwestern sollte im Leben glücklich werden, und rückblickend schien es stets, daß die Probleme mit der Scheidung ihrer Eltern begonnen hatten. Das war 1930, als Sarah neun Jahre alt war und Emily fünf.’ , so lauten die ersten beiden unmissverständlichen Sätze.

9.-10. (-) 28 Punkte

WOLFGANG HERRNDORF: Diesseits des Van-Allen-Gürtels
Eichborn Verlag, 188 Seiten, 17,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Wahre Helden unserer Zeit: der eine verliert die Lust auf die Party seiner Freundin, sitzt mit einem Nachbarjungen auf dem Balkon, trinkt, raucht und redet über die Krise angeblicher Sensationen. Nichts Besonderes passiert. Alles geschieht.

9.-10. (-) 28 Punkte

ER PETTERSON: Im Kielwasser
Roman. Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger.
Carl Hanser Verlag, 190 Seiten, 19,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Damals, 1990, sterben der Vater, die Mutter und die zwei jüngeren Brüder beim Brand auf einer Fähre. Ein Tod ohne Abschied. Seitdem verwahrlost Arvid, der Zweitälteste. Die Toten kehren in den Alpträumen wieder. Aber für das Versäumte gibt es keine gemeinsame Sprache.

Persönliche Empfehlung im März von Rainer Schmitz (München)

THOMAS LANG: Unter Paaren
Roman. C.H. Beck Verlag, 208 Seiten, 17,90 EUR

‘Thomas Lang erzählt von der Liebesmelange der beiden Pärchen Rafa und Per sowie Inita und Pascal. Wer hat was mit wem? Jeder glaubt, bestens über die anderen Bescheid zu wissen. Dem Bachmann- Preisträger des Jahres 2006 ist ein virtuoses und atmosphärisch dichtes Kammerspiel unausgesprochener Verdächtigungen und feinst nuancierter Spannungen gelungen.’ (Rainer Schmitz)

Literatur im Fernsehen:

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 9. März 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 11. März 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Doris Dörrie, Hartmut von Hentig, Silke Scheuermann

‘Literatur im Foyer – extra’ mit Thea Dorn
Montag, 19. März 2007 um 23.20 Uhr in 3sat
Donnerstag, 22. März 2007 um 22.55 Uhr im SWR Fernsehen
Martin Walser zum 80. Geburtstag

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 23. März 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 25. März 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Von der Buchmesse in Leipzig: Wilhelm Genazino,
Christina von Braun, Robert Ide und Sascha Lange,
poetry-slam mit ‘The Boyz with tha Girlz in tha Back’ u.a.

‘Literatur im Foyer mit Martin Lüdke
Freitag, 2. März 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 4. März 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Ingo Schulze, Wolfgang Herrndorf, Verena Auffermann,
Ijoma Mangold, Richard Kämmerlings

Die ‘Bestenliste’ im Hörfunk:

‘SWR2 Literatur’
Dienstag, 6. März um 20.03 Uhr
mit Verena Auffermann, Kirsten Voigt, Hubert Winkels und Helmut Böttiger

SWR Bestenliste

Februar 2007
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1. (-) 70 Punkte

COLUM McCANN: Zoli
Roman. Aus Englischen von Dirk van Gunsteren.
Rowohlt Verlag, 384 Seiten, 19,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Zoli ist eine Roma. Im Wald versteckt, überlebt sie
den Holocaust. Sie sammelt die Lieder ihres Volkes,
sie gerät in Konflikt mit der kommunistischen
Nachkriegsdiktatur, sie wird von ihrem Geliebten
im Stich gelassen, von ihrer Sippe verstoßen.
Sie geht in den Westen – allein.

2. (-) 49 Punkte

SILKE SCHEUERMANN: Die Stunde zwischen Hund und Wolf
Roman. Verlag Schöffling & Co., 174 Seiten, 17,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Zwei Schwestern, die sich nach Jahren wiedersehen.
Die Schöne, Begehrte, die ewig Helfende.
Die eine will das nicht länger sein, die andere ist
längst auf dem Weg in den Abgrund des Alkoholismus.

3. (-) 45 Punkte

HERMANN PETER PIWITT: Jahre unter ihnen
Roman. Wallstein Verlag, 126 Seiten, 16,00 EUR
mittelschwere Lektüre

Urkundenfälschung, Klagen vor Gericht,
veruntreute Gelder. Der Bruder hat längst den Verstand
verloren. Aber solange er die Mittel der Bürokratie
anwendet, merkt das keiner.

4.-5. (-) 44 Punkte

ROMAIN GARY: Das Gewitter
Erzählungen. Aus dem Englischen und Französischen
von Carina von Enzenberg und Gio Waeckerlin Induni.
SchirmerGraf Verlag, 208 Seiten, 17,80 EUR
leichtere Lektüre

Emigrant, Botschafter, Pilot, Romanautor,
Ehemann von Jean Seberg, die später Selbstmord begeht.
Romain Gary lebte die Themen seiner Erzählungen.

4.-5. (-) 44 Punkte

JÜRGEN THEOBALDY: 24 Stunden offen
Gedichte. Verlag Peter Engstler, 124 Seiten, 12,00 EUR
mittelschwere Lektüre

Deine Sätze/Der erste Blick/ist der tiefste./Das erste Wort/
ist das falsche./Das letzte Wort/ist wieder falsch./
Der letzte Blick/ist der längste.

6. (-) 41 Punkte

ISMAIL KADARE: Der Nachfolger
Roman. Aus dem Albanischen von Joachim Röhm.
Ammann Verlag, 180 Seiten, 18,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Vor 25 Jahren starb der designierte Nachfolger des albanischen
Diktators Enver Hoxha eines mysteriösen Todes. Kadare erzählt,
wie es hätte sein können, damals, in der Nacht des 17. Dezember.

7. (-) 40 Punkte

STEFAN WEIDNER: Fes
Sieben Umkreisungen
Ammann Verlag, 208 Seiten, 19,90 EUR
mittelschwere Lektüre

“Fes, das ist eigentlich eine Farbe, ein Ensemble von Farben.
“Fes” ist eine Reportage, eine Erzählung, ein Essay, ein Fotoband,
eine Annäherung an die nordafrikanisch-arabische Kultur.

8. (2.) 36 Punkte

MICHAIL LERMONTOV: Ein Held unserer Zeit
Roman. Neu aus dem Russischen von Peter Urban.
Friedenauer Presse, 256 Seiten, 22,50 EUR
mittelschwere Lektüre

“?Ein Held unserer Zeit’, meine Herrschaften, ist in der Tat ein
Porträt, aber nicht das eines einzelnen Menschen: Es ist ein Porträt,
zusammengesetzt aus den Lastern unserer ganzen Generation in ihrer
vollen Entfaltung.” (Michail Lermontov, 1840)

9. (-) 30 Punkte

THOMAS STANGL: Ihre Musik
Roman. Literaturverlag Droschl, 192 Seiten, 19,90 EUR
schwierigere Lektüre

Der aspekte-Preisträger von 2004 mit seinem zweiten Roman:
Geschichten aus der Leopoldstadt, dem traditionsreichen Wiener
Stadtviertel: zwei Frauen, Emilie und ihre Tochter Dora,
mit ihren Gedanken, Erinnerungen – zwei weite Leben in
einer kleinen Welt.

10. (-) 27 Punkte

JÜRGEN BECKER: Die folgenden Seiten
Journalgeschichten
Suhrkamp Verlag, 156 Seiten, 17,80 EUR
mittelschwere Lektüre

200 leere Heftseiten, 5 Erzählfiguren: der Erzähler,
das Ich, H., der Kommentator und Jörn. Auf der Suche
nach dem “Sinn des Authentischen”, mit jeder folgenden
Leerseite schon widerlegt ist.

Persönliche Empfehlung im Februar von Elke Schmitter (Berlin)

ELIZABETH BOWEN: In der Hitze des Tages
Roman. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier.
Verlag Schöffling & Co., 440 Seiten, 24,90 EUR

“Eine Liebe im Krieg. Und Satz für Satz der Reichtum,
die Schönheit und die Skrupel des Denkens.” (Elke Schmitter)

Literatur im Fernsehen:

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 9. Februar 2007 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 11. Februar 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Sonntag, 18. Februar 2007 um 7.30 Uhr im SWR Fernsehen
‘Werte und Moral unserer Gesellschaft’ mit Konrad Adam,
Peter Prange, Peter Rinderle und Robert Spaemann

Sonntag, 25. Februar 2007 um 13.30 Uhr in 3sat (Wh. v. 26.01.07)
‘Arm und reich’ mit Jens König, Stephan Lessenich,
Paul Nolte und Claus Offe

‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Sonntag, 4. Februar 2007 um 13.30 Uhr in 3sat (Wh v. 19.01.07)
mit Ralf Rothmann, Peter Stamm, Marlene Streeruwitz,
Ina Hartwig, Martin Hielscher und Hajo Steinert

Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden
Tel. 07221/929-2846

SWR-Bestenliste im Internet
www.swr.de/bestenliste

copyright: SWR

SWR BestenlisteJanuar 2007

Alle Bücher erhalten Sie in Lotrees Bücherblogshop
 
1. (-) 71 Punkte 
 
PETER WEISS: Das Kopenhagener Journal 
 
Kritische Ausgabe 
 
Wallstein Verlag
mittelschwere Lektüre 
 
Das Tagebuch einer tiefen Lebenskrise: 1960 ist Peter Weiss an einem Scheidepunkt, künstlerisch: Bin ich Maler, bin ich Schriftsteller? und in seiner Beziehung zu der Bühnenbildnerin Gunilla Palmstierna. 
 
 
 
2. (-) 63 Punkte 
 
MICHAIL LERMONTOV: Ein Held unserer Zeit 
 
Roman. Neu aus dem Russischen von Peter Urban. 
 
Friedenauer Presse
mittelschwere Lektüre 
 
“’Ein Held unserer Zeit’, meine Herrschaften, ist in der Tat ein Porträt, aber nicht das eines einzelnen Menschen: Es ist ein Porträt, zusammengesetzt aus den Lastern unserer ganzen Generation in ihrer vollen Entfaltung.” (Michail Lermontov, 1840) 
 
 
 
3. (2.) 61 Punkte 
 
ORHAN PAMUK: Istanbul 
 
Erinnerungen an eine Stadt
Aus dem Türkischen von Gerhard Meier. 
 
Carl Hanser Verlag
mittelschwere Lektüre 
 
“Wir blättern in diesem überaus reich illustrierten Buch wie in einem doppelten Familienalbum. Der abwesende Großvater ist durch die Stadt Istanbul ersetzt, ein Familienmitglied, das immer schon war und immer sein wird, der mythische Stammvater der Sippe und der missratene kleine Vetter in einer Person.” (Hubert Spiegel) 
 
 
 
4. (-) 46 Punkte 
 
DANIELA DANZ: Türmer 
 
Roman. 
 
Wallstein Verlag
leichtere Lektüre 
 
1913: Der Vater ist Türmer, sein Sohn eingeschlossen und frei zugleich. Er sieht alles und bleibt doch bewegungslos. 1999: Und wieder beobachtet einer. Michael Thurner fliegt nach Belgrad: ziellos bewegt er sich durch ein Land der Feindschaft. 
 
 
 
5. (10. ) 45 Punkte 
 
ULRIKE EDSCHMID: Die Liebhaber meiner Mutter 
 
Roman. 
 
Insel Verlag
leichtere Lektüre 
 
Eine abgelegene Burg als Zuflucht am Ende des Zweiten Weltkriegs, eine Mutter, die webt – wie einst Penelope, um ihre Kinder zu ernähren, eine Frau, die sich ihre Liebhaber nimmt und sie wieder verstößt. Eine Umwertung der Geschlechterverhältnisse im Schatten des Nachkriegs, bis das Wirtschaftswunder die Ordnung wieder herstellt. 
 
 
 
6.-7. (-) 40 Punkte 
 
GIANNI CELATI: Fata Morgana 
 
Roman. Aus dem Italienischen von Marianne Schneider. 
 
Klaus Wagenbach Verlag
mittelschwere Lektüre 
 
Die Gamuna leben in einer verlassenen Stadt zwischen einer Sandwüste und einem Bergmassiv. Nur wenige kennen ihre eigentümlichen Verhaltensweisen und Riten. Celati erfindet eine andere Kultur – als einen Spiegel für unsere eigenen Gewohnheiten und Eigentümlichkeiten. 
 
 
 
6.-7. (6.-7.) 40 Punkte 
 
JOAN DIDION: Das Jahr magischen Denkens 
 
Aus dem Amerikanischen von Antje Rávic Strubel. 
 
Claassen Verlag
mittelschwere Lektüre 
 
“Was geschieht, wenn der andere so sehr Teil des eigenen Lebens geworden ist, dass die meisten Gedanken an ihn adressiert sind? Was geschieht mit den Gewohnheiten, die plötzlich halbiert sind, was mit der intimen Sprache, die nun kein Gehör mehr findet? Was wird aus der Erinnerung, die man nicht mehr teilen kann, wenn der Mensch, der in den meisten Erinnerungen die Hauptperson ist, in den kommenden keine Rolle mehr spielen wird?” (Andrea Köhler) 
 
 
 
8. (-) 34 Punkte 
 
ALEXANDER KLUGE:
Tür an Tür mit einem anderen Leben 
 
350 neue Geschichten 
 
Suhrkamp Verlag
mittelschwere Lektüre 
 
Die Wirklichkeit in Möglichkeit verwandeln, die härtesten Realitäten in Geschichten, alleine dadurch, dass man sie neu kombiniert, neu zusammensetzt, neue Berührungen schafft: Der Schriftsteller spielt Zufall, nicht Schicksal. 
 
 
 
9.-10. (-) 33 Punkte 
 
GÜNTER DE BRUYN: Als Poesie gut 
 
Schicksale aus Berlins Kunstepoche 1786 bis 1807 
 
S. Fischer Verlag
leichtere Lektüre 
 
“Zart und wie absichtslos erzählt de Bruyn diese verschlungenen, aus Briefwechseln, Tagebüchern und Memoiren geschöpften Geschichten. Ohne Thesen und Theorien wird aus diesem zugleich großen und kleinteiligen Figurenteppich Schritt für Schritt eine Literatursoziologie.” (Gustav Seibt) 
 
 
 
9.-10. (4.) 33 Punkte 
 
VIRGINIA WOOLF: Briefe 
 
Zwei Bände: 1888 – 1927 und 1928 – 1941.
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. 
 
S. Fischer Verlag
mittelschwere Lektüre 
 
“Liebster, (…) wenn überhaupt jemand mich hätte retten können, wärst Du es gewesen. Alles ist von mir gegangen bis auf die Gewißheit Deiner Güte. Ich kann Dein Leben nicht länger ruinieren. Ich glaube nicht, daß zwei Menschen glücklicher hätten sein können als wir es waren. V.” (aus dem Abschiedsbrief an Leonard Woolf) 
 
 
 
Persönliche Empfehlung im Januar von Stephan Reinhardt (Heidelberg) 
 
OTTO A. BÖHMER: Der Zuwender 
 
Historischer Roman aus der jüngsten Zeit 
 
Weidle Verlag 
 
“Im Mittelpunkt von Otto A. Böhmers lustvoll erzählter Satire auf den Politik-, Kultur- und Wissenschaftsbetrieb steht der Staatsminister für Kultur Alexander Pocke-Pückler. Der frühere Verlagsleiter, als “Hoffnungsträger” in die Politik gerufen, ist “amts-müde” geworden. Die “Jungs vom Feuilleton” zerreißen ihn, der medienbewusste “Macher”-Kanzler selbst mobbt ihn. Böhmer, ein Kenner der Philosophie- und Literaturgeschichte, wirbelt munter Zeiten, Räume und Figuren durcheinander – mithilfe kräftiger, zum Teil burlesker Phantasieschübe. Allemal widerlegt er das Vorurteil, Politik eigne sich nicht als Romansujet.” (Stephan Reinhardt) 


 

SWR Bestenliste

Dezember 2006

Alle Bücher erhalten Sie in Lotrees Bücherblogshop

1. (-) 74 Punkte

PÉTER NÁDAS: Behutsame Ortsbestimmung
Zwei Berichte. Aus dem Ungarischen von Heinrich Eisterer.
Berlin Verlag, 80 Seiten, 16,00 EUR
mittelschwere Lektüre

Das Dorf Gombosszeg, Nádas? Zuhause, ein Ort der Götter,
der alten Bräuche, eine vormodernde Gemeinschaft,
zu der man gehört, ohne zu wissen, warum. Und: der Bericht
über den Herzinfarkt, der den 51-jährigen auf offener
Straße ereilte, eine Schwellenerfahrung, ein Zögern
am Rande des Todes.

2. (-) 56 Punkte

ORHAN PAMUK: Istanbul
Erinnerungen an eine Stadt
Aus dem Türkischen von Gerhard Meier.
Carl Hanser Verlag, 432 Seiten, 25,90 EUR
mittelschwere Lektüre

“Wir blättern in diesem überaus reich illustrierten Buch
wie in einem doppelten Familienalbum. Der abwesende
Großvater ist durch die Stadt Istanbul ersetzt, ein
Familienmitglied, das immer schon war und immer sein wird,
der mythische Stammvater der Sippe und der missratene
kleine Vetter in einer Person.” (Hubert Spiegel)

3. (-) 44 Punkte
GEORGE STEINER: Warum Denken traurig macht
Zehn (mögliche) Gründe
Aus dem Englischen von Nicolaus Bornhorn.
Suhrkamp Verlag, 89 Seiten, 14,80 EUR
mittelschwere Lektüre

Weil Denken unbegrenzt, unkontrolliert, beschränkt,
fehlerhaft, verschwenderisch, wirkungslos, zwanghaft,
einsam, banal, weltfremd ist.

4. (-) 40 Punkte

VIRGINIA WOOLF: Briefe
Zwei Bände: 1888 – 1927 und 1928 – 1941.
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek.
S. Fischer Verlag, 550 und 516 Seiten, je Band 39,00 EUR
mittelschwere Lektüre

“Liebster, (…) wenn überhaupt jemand mich hätte
retten können, wärst Du es gewesen. Alles ist von mir
gegangen bis auf die Gewißheit Deiner Güte.
Ich kann Dein Leben nicht länger ruinieren.
Ich glaube nicht, daß zwei Menschen glücklicher
hätten sein können als wir es waren. V.”
(aus dem Abschiedsbrief an Leonard Woolf)

5. (-) 37 Punkte

GERT LOSCHÜTZ: Die Bedrohung
Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, 192 Seiten, 19,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Matthias Loose, ehemals Feuilletonredakteur,
wird zu einer Botanikerversammlung in einen
kleinen Ort eingeladen. Er zögert, bis er eine
eigentümliche Zeitungsnachricht entdeckt. Dort,
in einem angrenzenden Wald, haben wieder zwei
Jugendliche Selbstmorde begangen. “Von überall
her kommen die Leute, um hier zu sterben,
sagte der Bürgermeister.”

6.-7. (-) 36 Punkte

NICO BLEUTGE: Klare Konturen
Gedichte. C.H. Beck Verlag, 88 Seiten, 12,00 EUR
mittelschwere Lektüre

“was sehen wir”, so beginnt ein Gedicht.
Am Ende mehr als zuvor. Bleutge schreibt Sehgedichte,
Augenlyrik: die Sprache ist ein Fern-,
ein Nah-, ein Brennglas.

6.-7. (-) 36 Punkte

JOAN DIDION: Das Jahr magischen Denkens
Aus dem Amerikanischen von Antje Rávic Strubel.
Claassen Verlag, 288 Seiten, 18,00 EUR
mittelschwere Lektüre

“Was geschieht, wenn der andere so sehr Teil des
eigenen Lebens geworden ist, dass die meisten
Gedanken an ihn adressiert sind? Was geschieht mit den
Gewohnheiten, die plötzlich halbiert sind, was mit der
intimen Sprache, die nun kein Gehör mehr findet? Was
wird aus der Erinnerung, die man nicht mehr teilen kann,
wenn der Mensch, der in den meisten Erinnerungen die
Hauptperson ist, in den kommenden keine Rolle mehr
spielen wird?” (Andrea Köhler)

8. (10.) 33 Punkte

FRIEDRICH CHRISTIAN DELIUS:
Bildnis der Mutter als junge Frau
Erzählung. Rowohlt.Berlin Verlag, 128 Seiten, 14,90 EUR
leichtere Lektüre

“Liebe in allen Formen, Gattenliebe, Mutterliebe,
Heimatliebe, Nächstenliebe, liegt diesem makellosen,
klassisch modernen Stück Prosa zugrunde, das nicht
umsonst an den Schlussmonolog des ?Ulysses? mit seinem
großen Lebens-Ja erinnert.” (Gustav Seibt)

9. (9.) 31 Punkte

SILVIA BOVENSCHEN: Älter werden
Notizen
S. Fischer Verlag, 154 Seiten, 17,90 EUR
mittelschwere Lektüre

“Eignungsanmaßung. Jetzt, Anfang 2006: Warum glaube ich
an meine besondere Zuständigkeit für dieses Thema?
Weil ich alt bin. 60!” Kein Essay, keine wissenschaftliche
Abhandlung, Persönliches zu einem Thema, das täglich
weniger ein Thema und mehr ein Bekenntnis ist.

10. (-) 30 Punkte

ULRIKE EDSCHMID: Die Liebhaber meiner Mutter
Roman. Insel Verlag, 150 Seiten, 16,80 EUR
leichtere Lektüre

Eine abgelegene Burg als Zuflucht am Ende des Zweiten
Weltkriegs, eine Mutter, die webt – wie einst Penelope,
um ihre Kinder zu ernähren, eine Frau, die sich ihre
Liebhaber nimmt und sie wieder verstößt. Eine Umwertung
der Geschlechterverhältnisse im Schatten des Nachkriegs,
bis das Wirtschaftswunder die Ordnung wieder herstellt.

Persönliche Empfehlung im Dezember von Iris Radisch (Hamburg)

EMILY DICKINSON: Gedichte
Englisch – Deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Gunhild Kübler.
Carl Hanser Verlag, 560 Seiten, 45,00 EUR

“Die Wiederentdeckung der großen amerikanischen Dichterin
des leeren Himmels und des scharfsinnigen Gefühls.” (Iris Radisch)

Literatur im Fernsehen:

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 8. Dezember 2006 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 14. Januar 2007 um 13.30 Uhr in 3sat
Thema ?Älter werden? mit Barbara Bronnen, Hellmuth Karasek,
Marie-Luise von der Leyen und Annette Pehnt

‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Freitag, 15. Dezember 2006 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 17. Dezember 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Alexander Kluge, Oskar Negt, Manfred Schneider,
Meike Fessmann und Stephan Speicher


Diskussionssendung zur  ‘Bestenliste’  im Hörfunk:
SWR2 RadioART: Literatur
Dienstag, 5. Dezember um 21.03 Uhr
Über Bücher der Dezember-Bestenliste diskutieren
Andrea Köhler, Sigrid Löffler, Elmar Krekeler. Moderation: Eberhard Falcke
 Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden
Tel. 07221/929-2846
SWR-Bestenliste im Internet
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SWR-BestenlisteNovember 2006

Alle Bücher erhalten Sie in Lotrees Bücherblogshop 32 Literaturkritiker und -kritikerinnen nennen monatlich – in freier Auswahl – vier Buch-Neuerscheinungen, denen sie “möglichst viele Leser und Leserinnen” wünschen, und geben ihnen Punkte (15,10,6,3).

Die Addition ergab für November folgendes Resultat (in Klammern die Position der Oktber-Bestenliste):


November 2006 
 
1. (-) 89 Punkte 
 
IMRE KERTÉSZ: Dossier K. 
Eine Ermittlung
Aus dem Ungarischen von Kristin Schwamm. 
Rowohlt Verlag
mittelschwere Lektüre 
Ein geführtes Interview, dann ein erfundenes, ein Gespräch mit sich selbst, eine autobiographische Bilanz, eine geschichtsphilosophische Lehrstunde: das Überleben in Auschwitz, das Meisterwerk “Roman eines Schicksallosen”, das Schreiben unter der ungarischen Diktatur und dann die überraschende Anerkennung: Der Literaturnobelpreis 2002. 
 
 
 
2. (-) 61 Punkte 
NORBERT WEHR (Hg.): Schreibheft 67 
Zeitschrift für Literatur 
Rigodon Verlag
mittelschwere Lektüre 
Mit einer Entdeckung – dem rumänischen Dichter Ghérasim Luca: Sprechliteratur, Literatur der Körperlichkeit. Und einer Wiederentdeckung – dem Autor der “Textbücher”, Helmut Heissenbüttel: Denkliteratur, Literatur der Buchstäblichkeit. 
 
 
 
3. (-) 42 Punkte 
CARLOS FUENTES: Unheimliche Gesellschaft 
Sechs phantastische Erzählungen
Aus dem Spanischen von Lisa Grüneisen. 
S. Fischer Verlag
mittelschwere Lektüre 
“Die Literatur ist eine Form des Exorzismus. Sie treibt die Dämonen aus, die wir in uns haben.” So Carlos Fuentes. Aber erst einmal tauchen sie auf, die Engel, die Gespenster, die Vampire und treiben ihr Unwesen. 
 
 
 
4. (3.) Punkte 
WOLF HAAS: Das Wetter vor 15 Jahren 
Roman. 
Verlag Hoffmann und Campe
mittelschwere Lektüre 
Niederschlagsmengen, Luftdruckschwankungen, Wolkenbewegungen – Vittorio Kowalski weiß alles über das Wetter. Und dann wird er auch noch Wettkönig bei “Wetten dass…?”. Nur eine weiß, woher die Leidenschaft fürs Wetter herkommt. Die einstige Liebe Anni. 
 
 
 
5. (-) 38 Punkte 
ANGELA KRAUSS: Wie weiter 
Suhrkamp Verlag
mittelschwere Lektüre 
Auf dem Buchumschlag: ein ausgeworfenes Mikadospiel. Es ruht unbewegt auf der Bettdecke des träumenden Mannes. Runen für die deutende Ich-Erzählerin: gefährdet, zerbrechlich, ungewiss. 
 
 
 
6. (-) 37 
THOMAS STANGL: Ihre Musik 
Roman. 
Literaturverlag Droschl
schwierigere Lektüre 
Der aspekte-Preisträger von 2004 mit seinem zweiten Roman: Geschichten aus der Leopoldstadt, dem traditionsreichen Wiener Stadtviertel: zwei Frauen, Emilie und ihre Tochter Dora, mit ihren Gedanken, Erinnerungen – zwei weite Leben in einer kleinen Welt. 
 
 
 
7.-8. (5.) 36 Punkte 
ERNST-WILHELM HÄNDLER: Die Frau des Schriftstellers 
Roman. 
Frankfurter Verlagsanstalt
schwierigere Lektüre 
Laura – nach Dante – heißt die Frau des einen Schriftstellers, Beatrice – nach Petrarca – die Geliebte des anderen. Seit der Renaissance ist Literatur Erfindung, Fiktion. Aber was geschieht, wenn der eine Schriftsteller den Auftrag erhält, die Biographie des schreibkrisengeschüttelten anderen zu beenden und seine eigene Geschichte zu lesen bekommt? Ist das erfunden oder wahr? Ein Roman über die Krise der Fiktion. 
 
 
 
7.-8. (7.) 36 Punkte 
BOTHO STRAUSS: Mikado 
Carl Hanser Verlag
mittelschwere Lektüre 
“Zu einem Fabrikanten, dessen Gattin ihm während eines Messebesuchs entführt worden war, kehrte nach Zahlung eines hohen Lösegelds eine Frau zurück, die er nicht kannte und die ihm nicht entführt worden war.” Kalendergeschichten, in denen es ums Ganze geht. Jede die kleine Pforte, durch die das ganz Andere unserer Wirklichkeit treten kann. 
 
 
 
9-. (2.) 35 Punkte 
SILVIA BOVENSCHEN: Älter werden 
Notizen 
S. Fischer Verlag
mittelschwere Lektüre 
“Eignungsanmaßung. Jetzt, Anfang 2006: Warum glaube ich an meine besondere Zuständigkeit für dieses Thema? Weil ich alt bin. 60!” Kein Essay, keine wissenschaftliche Abhandlung, Persönliches zu einem Thema, das täglich weniger ein Thema und mehr ein Bekenntnis ist. 
 
 
 
10. (-) 33 Punkte 
FRIEDRICH CHRISTIAN DELIUS: Bildnis der Mutter als junge Frau 
Erzählung. 
Rowohlt.Berlin Verlag
leichtere Lektüre 
“Liebe in allen Formen, Gattenliebe, Mutterliebe, Heimatliebe, Nächstenliebe, liegt diesem makellosen, klassisch modernen Stück Prosa zugrunde, das nicht umsonst an den Schlussmonolog des ‚Ulysses’ mit seinem großen Lebens-Ja erinnert.” (Gustav Seibt) 
 
 
 
Persönliche Empfehlung im November von Wolfgang Platzeck (Essen) 
VIKTOR PELEWIN: Das Heilige Buch der Werwölfe 
Roman. Aus dem Russischen von Andreas Tretner. 
Luchterhand Literaturverlag 
“Wieder hält der große Fabulierer Pelewin in seiner unvergleichlichen, von Esprit, anarchischem Witz und satirischer Schärfe überbordenden Mischung aus Phantasie und kristallklarer Analyse seiner Heimat den bis zur Kenntlichkeit verzerrenden Spiegel vor: Mittels der Aufzeichnungen der hypnotisch begabten Werfüchsin A Huli, die seit 2000 Jahren als Edel-Prostituierte ihre Energien und Einsichten einzig aus den Träumen und Trieben der Kunden bezieht. Ohne je selbst aktiv zu werden, registriert A Huli die politischen und sozialen Verwerfungen im Moskau des 21. Jahrhunderts, in dem Überreste altkommunistischer Strukturen und entfesselter Neokapitalismus, Traditionalismus und Innovation, Isolationismus, Globalisierungswahn und diffuse Heilsvorstellungen eine ungewöhnliche Melange eingegangen sind. Wer glaubt, seit Alexander Solschenizyn sei alles Wesentliche über den Archipel Russland gesagt, den belehrt dieser Roman eines besseren.” (Wolfgang Platzeck)  
 

KrimiWelt-Bestenliste November 2006

Ale Bücher erhalten Sie in Lotrees Buecherblogshop.de

1. Rang (im Oktober auf Rang 3)
Paulus Hochgatterer: Die Süße des Lebens
Deuticke, geb., 294 S., 19,90 €

Furth am See: Seinesgleichen geschieht. Psychiater Horn und Kommissar Kovacs stochern in der verrückten Welt. Eine kleine Stadt in Austria. Opas Kopf zermalmt, dem Kind die Beine gebrochen, ein Mädchen kann nicht mehr sprechen. Sie stochern. Die Welt ist, wie ihr Berufsblick sie zeigt: verrückt.

2. Rang (im Oktober auf Rang 1)
Robert Littell: Die kalte Legende
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, geb., 448 S., 19,90 €

New York/ Prag/ London/ Qiryat Arba/ Moskau: Martin Odum hat als CIA-Agent so viele Legenden gelebt, dass er seiner selbst nicht mehr gewiss ist. Seine Suche nach einem durchgebrannten russischen Ehemann öffnet ein Kapitel Destruktionsgeschichte. Ein Meisterwerk des Agententhrillers nach dem Kalten Krieg: Wettlauf zwischen CIA und Wahrheit.

3. Rang John le Carré: Geheime Melodie
Aus dem Englischen von Sabine Roth und Regina Rawlinson
List, geb., 415 S., 22,00 €

London/ Nordseeinsel: Stardolmetscher Bruno Salvador – Vater Missionar, Mutter aus Kivu (Ostkongo) – übersetzt seltene afrikanische Sprachen. Ein Bastard, wie er bei le Carré fast immer im Buche steht. Als ihm ein Komplott gegen Kivu bekannt wird, schlagen sein weißes und sein schwarzes Menschenherz. Altmeisterliche Antiglobalisierungssatire im Geheimdienstgewand.
4. Rang (im Oktober auf Rang 6)
Frank Göhre: Zappas letzter Hit
Pendragon, TB, 234 S., 9,90 €

Hamburg: Zappa, der St.Pauli-Killer, hat seine Frau und sich im Knast getötet. Immer noch lose Fäden. Tochter Julie will Rache. Am Kiez kommen die Biker ran. Die Ermittler von damals geben keine Ruhe. Endlich hat Göhre seine Kiez-Trilogie fortgesetzt: Leidenschaft und Härte.

5. Rang (im Oktober auf Rang 5)
Louise Welsh: Der Kugeltrick
Aus dem Englischen von Ruth KeenKunstmann, geb., 400 S., 19,90 €

Glasgow/ London/ Berlin: Zwei Männer sind tot und William Wilson, Mentalist und Illusionist, hat das Beweisstück, hinter dem der Mörder her ist. Verfolgungsjagd mit Falle, Untergang und Rettung eines schuldgeplagten Zauberers, schottische Täuschung – all dies zauberhaft elegant erzählt.

6. Rang (im Oktober auf Rang 7)
Pete Dexter: Train
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
Liebeskind, geb., 400 S., 22,00 €

Los Angeles nach dem Krieg: Train, schwarz, jung, vorsichtig, ist Caddie. Im kleinen Finger hat er mehr Golf als die, denen er das Bag schleppt. Mr. Packard, reicher Detective, kommt herüber zum Schwarzen. Roman über das Recht des großen Talents, den alltäglichen Rassismus und das, was wichtig ist: Mord ist es nicht. Kein Wort zu viel.

7. Rang (im Oktober auf Rang 4)
Friedrich Ani: Idylle der Hyänen
Zsolnay, geb., 350 S., 19,90 €

München: Mutter erhängt, Kind verschleppt. Schriftsteller Seiler ist verdächtig. Doch der hat jemand anderen getötet. Was ist Töten? Kommissar Polonius Fischer, ehemals Mönch, ist die starke Figur in Friedrich Anis philosophischem Kriminalroman. Beginn einer neuen großen Romanreihe.
8. Rang (im Oktober auf Rang 2)
Michael Robotham: Amnesie
Aus dem Englischen von Kristian Lutze
Goldmann, geb., 448 S., 19,95 €

London: Detective Inspector Ruiz wird aus der Themse gezogen. Ihm fehlen Ehering, der dazugehörende Finger und die Erinnerung. Robotham macht überaus spannend und fintenreich die Floskel erneut wahr: Nichts scheint, wie es ist – und in diesem vertrackten Fall von Kindesentführung sogar zwei Mal.
9. Rang Norbert Horst: Blutskizzen
Goldmann, TB, 384 S., 7,95 €

Irgendwo in NRW: KHK Kirchenberg und Kollegen suchen den Serientäter, der alte Männer nackt, gefesselt, erstickt in Müllcontainer legt. Authentisch: Horst, selbst Kriminalhauptkommissar, bringt Ermittlungsalltag lakonisch und hautnah. Zwischen Hoffnung und Irrtum: vom Mörder gibt es nur Skizzen.

10. Rang Michael Connelly: Vergessene Stimmen
Aus dem Amerikanischen von Sepp Leeb
Heyne, geb., 480 S., 19,95 €

Los Angeles: Als 17 Jahre nach ihrem Tod neue DNS-Spuren auftauchen, ist der Mord an Rebecca Lost kein „Kalter Fall“ mehr. Harry Bosch, Ex-Mordermittler des LAPD, wird reaktiviert. Seine Mission: den Opfern eine Stimme geben, die Schuldigen fassen. Harte Detektivarbeit, nach dem 11. September.
ÜBER JURY UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG DER KRIMIWELT-BESTENLISTE

Die Jury der KrimiWelt-Bestenliste besteht aus 17 Kritikerinnen und Kritikern, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Kriminalliteratur berichten. Einmal im Monat benennt jedes Mitglied vier aktuelle Kriminalromane, denen es viele Leser wünscht und bewertet sie mit 7, 5, 3 oder 1 Punkten. Neben der Gesamtpunktzahl pro Titel wird berücksichtigt, wieviele Kritiker in einer Abstimmungsrunde für dasselbe Buch votiert haben. Jeder Kritiker darf insgesamt drei mal für ein von ihm favorisiertes Buch stimmen. Voten für Bücher, an deren Produktion oder kommerzieller Verbreitung der Kritiker beteiligt ist, sind ausgeschlossen. Zwischen Kriminalromanen in der Originalsprache Deutsch und Übersetzungen wird kein Unterschied gemacht.

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 SWR-Bestenliste

Oktober 2006

Alle Bücher erhalten Sie in Lotree’s Bücherblogshop

1. (-) 73 Punkte

ANTONIA GRUNENBERG: Hannah Arendt und Martin Heidegger
Geschichten einer Liebe
Piper Verlag, 480 Seiten, 22,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Ein verführter Denker, der den Führer führen wollte,
eine junge, kluge jüdische Studentin, die 1924 das
Sprechzimmer des Professors betrat. Der Beginn einer
lebenslangen, unvorstellbare Beziehung über den
Holocaust hinweg: der eine, reuelos und – wenn auch
später distanziert – immer auf der Seite der Täter.
Die andere, Paria, zum Opfer bestimmt, Exilantin.

2. (-) 60 Punkte

SILVIA BOVENSCHEN: Älter werden
Notizen
S. Fischer Verlag, 154 Seiten, 17,90 EUR
mittelschwere Lektüre

“Eignungsanmaßung. Jetzt, Anfang 2006:
Warum glaube ich an meine besondere Zuständigkeit
für dieses Thema? Weil ich alt bin. 60!” Kein Essay,
keine wissenschaftliche Abhandlung, Persönliches
zu einem Thema, das täglich weniger ein Thema und
mehr ein Bekenntnis ist.

3. (-) 50 Punkte
WOLF HAAS: Das Wetter vor 15 Jahren
Roman. Verlag Hoffmann und Campe, 224 Seiten, 18,95 EUR
mittelschwere Lektüre

Niederschlagsmengen, Luftdruckschwankungen,
Wolkenbewegungen – Vittorio Kowalski weiß alles
über das Wetter. Und dann wird er auch noch Wettkönig
bei “Wetten dass…?”. Nur eine weiß, woher die
Leidenschaft fürs Wetter herkommt. Die einstige Liebe Anni.

4. (-) 49 Punkte

HUBERT FICHTE: Die zweite Schuld
Die Geschichte der Empfindlichkeit Band III
Glossen. S. Fischer Verlag, 339 Seiten, 22,90 EUR
leichte Lektüre

“So ist der Abschluss von Hubert Fichtes
“Geschichte der Empfindlichkeit” ein außergewöhnliches
Zeitdokument geworden, eine Quelle ersten Ranges.
Durch die merkwürdig lässige und vorläufige Edition
erkennt man erst auf den zweiten Blick, welcher Schatz
in dieser “Zweiten Schuld” verborgen liegt.” (Helmut Böttiger)

5. (-) 46 Punkte

ERNST-WILHELM HÄNDLER: Die Frau des Schriftstellers
Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, 640 Seiten, 25,00 EUR
schwierigere Lektüre

Laura – nach Dante – heißt die Frau des einen
Schriftstellers, Beatrice – nach Petrarca -
die Geliebte des anderen. Seit der Renaissance
ist Literatur Erfindung, Fiktion. Aber was geschieht,
wenn der eine Schriftsteller den Auftrag erhält,
die Biographie des schreibkrisengeschüttelten anderen
zu beenden und seine eigene Geschichte zu lesen bekommt?
Ist das erfunden oder wahr? Ein Roman über die
Krise der Fiktion.

6. (6.) 44 Punkte

JOHN BANVILLE: Die See
Roman. Aus dem Englischen von Christa Schuenke.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, 17,90 EUR
mittelschwere Lektüre

“Das Meer ist nie einsam.” (Canetti) Darum fährt der
Kunsthistoriker Max nach dem Krebstod seiner Frau
an die See. Dahin, wo er als Kind seine ersten
sexuellen Erfahrungen machte. Dahin, wo alles begann.

7. (-) 41 Punkte

BOTHO STRAUSS: Mikado
Carl Hanser Verlag, 176 Seiten, 25,90 EUR
mittelschwere Lektüre

“Zu einem Fabrikanten, dessen Gattin ihm während
eines Messebesuchs entführt worden war, kehrte
nach Zahlung eines hohen Lösegelds eine Frau zurück,
die er nicht kannte und die ihm nicht entführt worden war.”
Kalendergeschichten, in denen es ums Ganze geht.
Jede die kleine Pforte, durch die das ganz Andere
unserer Wirklichkeit treten kann.

8. – 9. (-) 39 Punkte

JOHN BERGER: Hier, wo wir uns begegnen
Aus dem Englischen von Hans Jürgen Balmes.
Carl Hanser Verlag, 224 Seiten, 17,90 EUR
leichte Lektüre

Zum 80. Geburtstag des großen britischen Erzählers,
ein Erinnerungsbuch, eine Lebensgeschichte:
Ortsbegehungen, Totenbeschwörungen; das Wiedererscheinen
wichtiger Menschen, von gestern, von heute.

8. – 9. (-) 39 Punkte

THOMAS HÜRLIMANN: Vierzig Rosen
Roman. Ammann Verag, 350 Seiten, 19,90 EUR
leichte Lektüre

Marie Katz ist eine talentierte Pianistin,
Max Meier einer, der Karriere machen will.
Sie lehrt ihn die gesamte Klaviatur des Auftritts.
Er wird zum Virtuosen des Aufstiegs.
Aber was bleibt dem Ich? Und was der Liebe?

10. (-) 34 Punkte

THOMAS GLAVINIC: Die Arbeit der Nacht
Roman. Carl Hanser Verlag, 400 Seiten, 21,90 EUR
mittelschwere Lektüre

Einer wacht morgens auf. Und ist allein. Ganz allein.
Warum? Und wo sind die anderen? Kann man ohne
Mitmenschen leben? Seine Suche beginnt.

Persönliche Empfehlung im Oktober von Caroline Neubaur

SUDHIR & KATHARINA KAKAR: Die Inder
Porträt einer Gesellschaft
C.H. Beck Verlag, 208 Seiten, 19,90 EUR

“Von deutschen Philosophen hielt nur Schelling
Theorie für erzählbar. Sie kannten nicht Sudhir Kakar,
der zusammen mit der Religionswissenschaftlerin
Katharina Kakar, “die” Inder in einer großartigen
Erzählung porträtiert. In einem Land, wo “die Unterbrechung
einer Geschichte als ebenso große Sünde galt wie der Mord
an einem Brahmanen”, konnte die Erzähltradition naturgemäß
nicht abreißen Farben, Farben, Farben und dennoch Klarheit
und keine Spur von Ethnokitsch.” (Caroline Neubaur)

Die ‘Bestenliste’ im Fernsehen

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Freitag, 13. Oktober 2006 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, den 15. Oktober 2006 um 7.30 Uhr im SWR Fernsehen
Gast: Literaturnobelpreisträger Imre Kertész

Freitag, 27. Oktober 2006 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 5. November 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gast: Ayaan Hirsi Ali

‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Dienstag, 3. Oktober 2006 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Sonntag, 8. Oktober 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Bodo Kirchhoff, Thomas Hürlimann, Donna Leon u.a.

Freitag, 20. Oktober 2006 um Mitternacht im SWR Fernsehen
Gäste: Norbert Scheuer, Gianna Zocco, Madeleine Giese u.a.

Diskussionssendung zur  ‘Bestenliste’  im Hörfunk:
SWR2 RadioART: Literatur
Dienstag, 3. Oktober um 21.03 Uhr
Über Bücher der Oktober-Bestenliste diskutieren
Helmut Böttiger, Peter Hamm, Caroline Neubaur. Moderation: Eberhard Falcke

Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden

SWR-Bestenliste im INTERNET:
www.SWR.de/bestenliste

copyright: SWR
 

SWR BESTENLISTE

September 2006

Alle Bücher erhalten Sie in Lotrees Bücherblogshop

1. (-) 74 Punkte

THOMAS HETTCHE: Woraus wir gemacht sind
Roman.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 320 Seiten, € 19,90
mittelschwere Lektüre

Ein deutscher Biograph fährt mit seiner schwangeren Frau zur Recherche nach Amerika. Plötzlich ist sie verschwunden – entführt. Er macht sich auf die Suche. Ein

Trip. Eine Reise, die ihr Ziel verliert.

2. (-) 67 Punkte

PHILIP ROTH: Jedermann
Roman. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz.
Carl Hanser Verlag, 176 Seiten, € 17,90
mittelschwere Lektüre

Ein ganz normales Leben: Vater dreier Kinder, dreimal geschieden, beruflich mehr oder weniger erfolgreich. Aber der Tod ist schon längst unterwegs. “Wie er es

befürchtet hatte von Anbeginn.”

3. (-) 62 Punkte

ANGELA KRAUSS: Wie weiter
Suhrkamp Verlag, 117 Seiten, € 14,80
mittelschwere Lektüre

Auf dem Buchumschlag: ein ausgeworfenes Mikadospiel. Es ruht unbewegt auf der Bettdecke des träumenden Mannes. Runen für die deutende Ich-Erzählerin:

gefährdet, zerbrechlich, ungewiss.

4. (2.) 53 Punkte

MARTIN WALSER: Angstblüte
Roman.
Rowohlt Verlag, 477 Seiten, € 22,90
mittelschwere Lektüre

Betrugsgeschichten: Der alte Freund, der einen um Geld betrügt, die sehr viel jüngere Frau, die sich verliebt zeigt. Aber genügt nicht der Schein? Braucht Geld einen

Gegenwert? Die Liebe Seele? Und schließlich die Sprache Wahrheit? Karl von Kahn schreibt zwei Briefe an seine Ehefrau. Er schickt nur einen ab…

5. (-) 40 Punkte

ANDREA WINKLER: Arme Närrchen
Selbstgespräche
Literaturverlag Droschl, 128 Seiten, € 16,00
mittelschwere Lektüre

“Wann haben Sie zuletzt gemacht, was Sie eine Erfahrung nennen würden?”. Identitätssuche, Rückzug, Selbstgespräch. Was bleibt? Das ICH als Abkürzung für

NICHTS.

6. (-) 37 Punkte

JOHN BANVILLE: Die See
Roman. Aus dem Englischen von Christa Schuenke.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, € 17,90
mittelschwere Lektüre

“Das Meer ist nie einsam.” (Canetti) Darum fährt der Kunsthistoriker Max nach dem Krebstod seiner Frau an die See. Dahin, wo er als Kind seine ersten sexuellen

Erfahrungen machte. Dahin, wo alles begann.

7. (-) 34 Punkte

EMILY DICKINSON: Gedichte
Englisch – Deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Gunhild Kübler.
Carl Hanser Verlag, 560 Seiten, € 45,00
mittelschwere Lektüre

Eine der großen amerikanischen Dichterinnen, die zu ihren Lebzeiten auf alle Veröffentlichungen verzichtete, in der ersten umfangreichen Werkauswahl.

8. (-) 31 Punkte

TIM PARKS: Stille
Roman. Aus dem Englischen von Ulrike Becker.
Kunstmann Verlag, 360 Seiten, € 22,00
leichte Lektüre

Ein berühmter Fernsehjournalist fühlt sich ausgebrannt. Er verlässt Frau, Kinder, Heimat. In einer abgelegenen Hütte erfährt er vom Lärm des Ichs.

9. (1.) 27 Punkte

PETER STAMM: An einem Tag wie diesem
Roman.
S. Fischer Verlag, 206 Seiten, € 17,90
leichte Lektüre

“Peter Stamm hat den Versuch unternommen, eine in düsterer Monotonie beginnende Geschichte in der hellen Leichtigkeit eines Rohmer-Films enden zu lassen. Das

ist ihm geglückt.” (Ursula März)

10. (-) 26 Punkte

JOHN UPDIKE: Terrorist
Roman. Aus dem Amerikanischen von Angela Praesent.
Rowohlt Verlag, 400 Seiten, € 19,90
leichte Lektüre

“Der Roman versucht ja, die Erosion eines mörderischen religiösen Wahns zu zeigen, aber es gibt auch einige menschliche Begegnungen, die Ahmad nachdenklich

machen, etwa die mit dem jungen Mädchen oder mit seinem Beratungslehrer.” (John Updike)

Persönliche Empfehlung im September von Ursula März (Berlin)

EMINE SEVGI ÖZDAMAR: Sonne auf halbem Weg
Die Istanbul-Berlin-Trilogie
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1056 Seiten, ? 22,90

“Ihr Verlag hat Emine Sevgi Özdamar drei autobiographische Romane in einem Sammelband noch einmal herausgebracht. Das Ganze, das man so in Händen hat, ist

mehr als die Summe seiner Teile. Denn in einem Band vereint, wird noch deutlicher, was dieses Romanwerk ist: Epos der Emigration im 20. Jahrhundert,

Abenteuergeschichte weiblicher Künstlerschaft und Paradebeispiel der Spracherfindung.” (Ursula März)

Die ‘Bestenliste’ im Fernsehen

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Sonntag, 3. September 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Freitag, 15. September 2006 um Mitternacht im SÜDWEST Fernsehen
Gast: Martin Walser

Sonntag, 10. September 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Freitag, 29. September 2006 um Mitternacht im SÜDWEST Fernsehen
Gäste zum Thema „Erziehung heute“: Axel Beyer, Bernhard Bueb,
Jochen Hörisch und Gerlinde Unverzagt

‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Freitag, 22. September 2006 um Mitternacht im SÜDWEST Fernsehen
Sonntag, den 24. September 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Sasa Stanisic, Thomas Hürlimann, Bernd Schroeder
Diskussionssendung zur ‘Bestenliste’ im Hörfunk:

SWR2 RadioART: Literatur
Dienstag, 5. September um 21.03 Uhr
Über Bücher der September-Bestenliste diskutieren
Agnes Hüfner, Ursula März, Hajo Steinert. Moderation: Eberhard Falcke
Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden

SWR-Bestenliste im INTERNET: www.SWR.de/bestenliste
 

SWR-Bestenliste

August 2006

1. (-) 88 Punkte

PETER STAMM: An einem Tag wie diesem
Roman.
S. Fischer Verlag
leichte Lektüre

‘Peter Stamm hat den Versuch unternommen, eine in
düsterer Monotonie beginnende Geschichte in der
hellen Leichtigkeit eines Rohmer-Films enden zu lassen.
Das ist ihm geglückt.’ (Ursula März)

2. (-) 82 Punkte

MARTIN WALSER: Angstblüte
Roman.
Rowohlt Verlag
mittelschwere Lektüre

Betrugsgeschichten: Der alte Freund, der einen um
Geld betrügt, die sehr viel jüngere Frau, die sich
verliebt zeigt. Aber genügt nicht der Schein?
Braucht Geld einen Gegenwert? Die Liebe Seele?
Und schließlich die Sprache Wahrheit? Karl von Kahn
schreibt zwei Briefe an seine Ehefrau.
Er schickt nur einen ab?

3. (6.) 58 Punkte

JÜRGEN LODEMANN: NORA
und die Gewalt- und Liebessachen
Asso Verlag
mittelschwere Lektüre

Deutschland 1980: Queen Elisabeth wird zu einem
Staatsbesuch erwartet. Aber es gibt Gerüchte um
ein Attentat. Der frühpensionierte Kommissar und
Ex-Alki Landensiepen steht vor den dramatischsten
Tagen seines Lebens.

4. (10.) 36 Punkte

F. SCOTT FITZGERALD: Die Romane
Diesseits vom Paradies. Der große Gatsby.
Die Liebe des letzten Tycoon. Die Schönen und Verdammten.
Zärtlich ist die Nacht. 5 Bände.
Deutsch von Bettina Abarbanell, Renate Orth-Gruttmann,
Hans-Christian Oeser.
Diogenes Verlag
mittelschwere Lektüre

…Neu ediert, neu übersetzt, mit neuen Nachworten versehen.

5. (4.) 35 Punkte

LEONID ZYPKIN: Ein Sommer in Baden-Baden
Roman. Aus dem Russischen von Alfred Frank.
Berlin Verlag
mittelschwere Lektüre

1867 fährt Dostojewski mit seiner Frau nach Westeuropa,
ins mondäne Baden-Baden, in den 70er Jahren des nächsten
Jahrhunderts der Ich-Erzähler von Moskau nach Leningrad -
immer auf den Spuren des großen Schriftstellers.
Eine Reise ans Ende der Nacht: ein Dichter, zerrissen
zwischen auffahrender Hoffnung am Spieltisch und
lähmendem Trübsinn.

6. (-) 28 Punkte

GILBERT ADAIR: Mord auf ffolkes Manor
Eine Art Kriminalroman
Aus dem Englischen von Jochen Schimmang.
C.H. Beck Verlag
leichte Lektüre

Weihnachten 1935. Schnee, ein englisches Herrenhaus,
ein nobler Gastgeber, viele Gäste und eine Leiche.
Eine Hommage an Agatha Christie.

7. (1.) 25 Punkte

EINAR SCHLEEF: Tagebuch 1964-1976 Ostberlin
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen
und Johannes Windrich
Suhrkamp Verlag
mittelschwere Lektüre

Vom Abitur bis zu den ersten großen Theaterarbeiten in
Berlin und dann der Flucht in den Westen: das Werden
eines Theaterberserkers.

8.-9. (2.) 23 Punkte

JAN PETER BREMER: STILL LEBEN
Kurzroman.
Berlin Verlag
mittelschwere Lektüre

Ein Familienidyll in den Bergen: ein Mann, eine Frau, Kinder.
Ein Traum? Aber zu viel Ruhe schadet der Gesundheit.

8.-9. (-) 23 Punkte
ALICE MUNRO: Tricks
Erzählungen. Aus dem Amerikanischen von Heidi Zerning
S. Fischer Verlag
leichte Lektüre

Acht Erzählungen der kanadischen Großmeisterin,
sie heißen ‘Entscheidung’, ‘Verfehlungen’, ‘Bald’ oder ‘Kräfte’. -
Kleine Geschichten, in denen ganze Leben verborgen sind.
Und darum große.

10. (5.) 20 Punkte

HANS MAGNUS ENZENSBERGER: Josefine und ich
Eine Erzählung
Suhrkamp Verlag
mittelschwere Lektüre

‘Josefine, die Mäusesängerin’ ist die letzte Erzählung
von Franz Kafka. Jetzt sitzt Josefine einem jungen
Ökonomen gegenüber und erzählt von einem Leben jenseits
der Gewißheit von Gut und Böse:
von Versuchungen, Verführungen, Grautönen.

Persönliche Empfehlung im August von Martin Lüdke (Frankfurt)

ROBERT GERNHARDT: Später Spagat
Gedichte.
S. Fischer Verlag

‘Am Tag vor seinem Tod hat Gernhardt die Arbeit an diesem
Band abgeschlossen, und damit sein Lebenswerk vollendet.
Es sind sicher die schönsten Gedichte, die er je geschrieben hat.
‘Später Spagat’ meint den Sprung vom ‘Standbein’, das ihm wegbricht,
aufs ‘Spielbein’, das ihm bis zum Ende geblieben war.
Er spricht von Krankheit, Schmerz und Abschied, traurig
und heiter zugleich. Er führt uns schmerzlich schön
(in einem poetischen Triumphzug) durch die
‘Landschaft seiner Niederlagen’.’ (Martin Lüdke)

Die ‘Bestenliste’ im Fernsehen

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Sonntag, 6. August 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Frank Schätzing, Rabea Edel, Clemens Meyer, Paul Ingendaay

Sonntag, 20. August 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Hanns-Josef Ortheil, Tilman Spreckelsen,
Frank Goosen, Thommie Bayer
‘Literatur im Foyer’ mit Martin Lüdke
Sonntag, den 13. August 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Jan Faktor, Wilhelm Genazino, Ina Hartwig, Jörg Magenau

Sonntag, 27. August 2006 um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Kandidaten des Deutschen Buchpreises

Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden

SWR-Bestenliste im INTERNET:
www.SWR.de/bestenliste

copyright: SWR

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