Gelesen in der Mittagspause

Basic Thinking erklärt: Warum der RSS-Feed gekürzt wurde.
Frage: Warum kürzt ihr den Feed?
Antwort: Es hat einen ganz einfachen Grund. Basic Thinking muss sich früher oder später über Werbung refinanzieren. Im Feed wird die Werbung aber nicht angezeigt. Deshalb ist uns natürlich daran gelegen, dass die Besucher die Posts auf unserer Seite lesen – und eben nicht komplett über RSS.

Claudia Klinger schreibt in Webwriting Magazin über Wertschätzung, Dankbarkeit und gekürzte RSS-Feeds.

Auf CTRL-Verlust schreibt Michael Seemann über Fullfeeds, Gewalt und eine Skizze des “Zweiten Markts”.

Buch folgt Marketing. Marketing folgt Buch. Bei Petra van Cronenberg im Blog beißt sich der Hund in den Schwanz.

Frauen und Krimis – eine überflüssige Kolumne von Dieter Paul Rudolph.

links for 2010-03-08

Die Nominierten für den Lyrikpreis Meran 2010

Neun Finalisten sind nominiert: Undine Materni (geb. 63, Dresden, D), Carsten Zimmermann (geb. 68, Berlin, D), Ulrich Koch (geb. 66, Radenbeck, D), Myriam Keil (geb. 78, Hamburg D), Eva Christina Zeller (geb. 60, Tübingen, A), Andre Rudolph (geb. 75, Berlin, D), Manfred Enzensperger (geb. 52, Leverkusen, D), Sünje Lewejohann (geb. 72, Berlin, D) und Christian Rosenau (geb. 80, Weimar, D).

Zwischen Tür und Angel

Mit Sonnenaufgang kommen auch wieder neue Skandale ans Licht. Kaum die Augen und die Gehörgänge auf Empfang geschaltet, klingelt die Öko-Oma aus dem Erdgeschoss. Steht da und hält ein Paket für meine Mitbewohnerin Claudia in den Händen (war der Paketzusteller wieder zu faul, die vier Treppen zu gehen…?); noch ehe ich Danke sagen kann, redet die Frau wie eine Springflut, aber das kenne ich schon, noch Stunden später sind die Satzfetzen ein Gewitter in meinem Kopf: Krebs aus dem Solarium (“Nein, nur ein paar Tage Urlaub auf einer Seychellen-Insel!”), zu hoher Zuckergehalt in Soft-Drinks (“Nein, wir trinken nur stilles Mineralwasser!”), Arsen-Belastung in Säften für Babys (“Schnee von gestern, unser Baby wird erst noch geboren!”), Salmonellen in Rohwurst (“Ich bin Vegetarier, gnä’dige Frau!”). Um geistig wieder auf Normalzustand zu kommen, buchstabiere ich leise Propyphenazon, Paracetamol und Acetylsalicylsäure, mache ein paar Sit-ups und freue mich auf meinen nächsten Orgasmus. Vorher Lena anrufen, die mich abends hoffentlich ayurvedisch-indisch bekochen wird, kein One-Night-Stand könnte diese Abende mit meiner Lena ersetzen. Die Liebe ist das stärkste Aphrodisiakum, aber Lena-Schätzchen geht nicht an ihr Handy. Wenn sie nur nicht diese Bindungsängste hätte, dann wäre vieles einfacher. „Pulsierende Lust, die Leidenschaft. Ich erlebe dich, unbändige Kraft. Dein Atem wild, dein Körper schreit. Vertrau mir, die dich befreit.“ Singt eine Yvonne und ich schalte das Radio aus um mich von dieser Stimme zu befreien. Mir war das jetzt wirklich zu aufdringlich. Ich muss sowieso gleich mein Wohlfühlnest verlassen. Dann heißt es, den Spekulanten endlich den Stecker rauszuziehen. Ich komme aber nur in Fahrt, wenn ich heute in den Außendienst darf. Das würde mich absolut glücklich machen. Haikus schreiben, bringt da nicht den Hauch. Und ich will auch nicht die Welt retten, aber zumindest den Euro-Zockern so gewaltig das Didgeridoo pusten, bis sie an ihren eigenen Blähungen krepieren. Wenn mein Boss grünes Licht gibt, dann Auf! Auf! mit Tempo zu einer besonderen Sightseeingtour. Der Druck bei denen, die das Volk (“Wir sind doch alle nur vorübergehende Mieter dieser Erde”) in die Bredouille gebracht haben, wächst. Man muss sich für den richtigen Weg entscheiden, sonst gehen wir alle kaputt. Im Grab bewegen wir nichts mehr.

(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)

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