Lotrees Journal
Leben. Schreiben. Lesen.
Leben. Schreiben. Lesen.
10. Mrz
Wird sich im Laufe des Festivals mit verschiedensten Inhalten ganz im Zeichen der Literatur füllen – z.B. mit Beiträgen von Autoren und Buchhändlern. Wer also nicht selbst live dabei sein kann oder in Erinnerungen schwelgen möchte, findet hier vielfältige Eindrücke aus erster Hand.
Den Anfang machen Autoren, die dem Festival in diesem Jahr ihren Besuch abstatten, wie z.B. Carlos Ruiz Zafón, Frank Schätzing, Daniel Depp, Mo Hayder und Wladimir Kaminer. In der Rubrik “Thalia fragt Autoren” äußern sie sich exklusiv und ganz persönlich zu Fragen rund um die Inszenierung von Literatur und zum Lesen.
Sobald die ersten Veranstaltungen beginnen, schwärmen erstmals Thalia-Buchhändlerreporter aus. Neun Buchhändler, die sonst in Thalia Buchhandlungen in und rund um Köln ihre Kunden beraten, besuchen die Veranstaltungen ihrer Lieblingsautoren. Ihre Erlebnisse, Eindrücke und Beobachtungen schildern sie täglich in der Rubrik “Buchhändlerreporter”. Mit dabei sind auch die beiden Gewinner des Nachwuchsautorenwettbe-werbs 2009: Lisa Kreißler berichtet über ihre Begegnungen mit Debütanten und Leif Randt erzählt über sein erstes Mal auf der Bühne der lit.COLOGNE.
Ein ganz besonderes Highlight verbirgt sich hinter der Thalia Skizzenbuch-Rubrik “Autoren erzählen”. Ab 15. März finden sich hier Video-Podcasts mit Carlos Ruiz Zafón, Martin Suter, Josh Bazell, Norman Ollestad und Hermann Schulz. Die Interviews werden bei der lit.COLOGNE von Thalia-Mitarbeitern geführt und gefilmt.
Und wer sich einen visuellen Eindruck vom Festival machen möchte, findet unter “lit.COLOGNE erleben” jeden Tag zahlreiche neue Fotos.
(Quelle: Pressemeldung Thalia Golding GmbH)
09. Mrz
Am 10. März 2010 findet die von Jörg Thadeusz moderierte Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2010 im Rahmen der Hörbuch-Gala im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz statt. Erstmals ist die Gala zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.COLOGNE. Live zu hören ab 20.05 Uhr auf WDR5 und hr2, am 14.03. sendet 3sat ab 11.30 Uhr eine Zusammenfassung.
09. Mrz
Basic Thinking erklärt: Warum der RSS-Feed gekürzt wurde.
Frage: Warum kürzt ihr den Feed?
Antwort: Es hat einen ganz einfachen Grund. Basic Thinking muss sich früher oder später über Werbung refinanzieren. Im Feed wird die Werbung aber nicht angezeigt. Deshalb ist uns natürlich daran gelegen, dass die Besucher die Posts auf unserer Seite lesen – und eben nicht komplett über RSS.
Claudia Klinger schreibt in Webwriting Magazin über Wertschätzung, Dankbarkeit und gekürzte RSS-Feeds.
Auf CTRL-Verlust schreibt Michael Seemann über Fullfeeds, Gewalt und eine Skizze des “Zweiten Markts”.
Buch folgt Marketing. Marketing folgt Buch. Bei Petra van Cronenberg im Blog beißt sich der Hund in den Schwanz.
Frauen und Krimis – eine überflüssige Kolumne von Dieter Paul Rudolph.
08. Mrz
07. Mrz
Ohne Kopf möchte ich nicht beerdigt werden, sagt Porno-Meyer und kaut angestrengt an seiner Wurst. “Mir reichts, wenn sich meine Schulden mal über Nacht in Luft auflösen würden, dann ist mir alles schnurzpiepe”, hör ich Alimente-Antons versoffene Stimme. “Das wird nicht funktionieren”, brummt Burhan hinterm Tresen, der sich aufrichtet, als wolle er eine Rede halten: “jeder Bürger in Deutschland steht mit über 20 000 Euro in der Kreide und das wird nicht weniger, das bleibt, bis du den Schlüssel abgibst. Die Schulden wachsen und wachsen, wie das Unkraut auf den Gräbern, die niemand pflegt. Der Teufel Staat will deine Asche bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus. So und ab sofort kostet die Bratwurst mit Pommes 50 Cent mehr, ihr Volltrottel.” Der Imbissmann wischt mit heftiger Armbewegung die Tafel blank. Alles müsse er seit Tagen allein machen, stöhnt er, denn seine Frau sei krank. “…nicht nur die Meere heizen sich auf, auch wir brauchen jetzt was Wärmendes für den Magen”, nuschelt Knallkalle in seinen Bart. Bevor er deutlicher werden kann, drehen alle ihre Köpfe Richtung Strasse. “Eine Runde Schnaps für die Nasen”, brüllt der klare Klaus von der Waterkant schon aus etlichen Meter Entfernung. Er hat nicht nur zwei Tragetaschen mit leeren Bierpullen an den Händen, er hat auch eine Fahne mitgebracht, denn am Nachmittag spielen die Roten in der AWD-Arena und er hat seit Jahren kein Heimspiel verpasst, wenn auch nicht jedes Spiel bis zum Abpfiff gesehen. Als er sein Portemonnaie zückt, flattert ein Lottoschein Alimente-Anton vor die Füße. “Hat dir dein Glückspiel schon den Gewinn gebracht, den du dir erhoffst?”, fragt Alimente-Anton, der sich die angekreuzten Zahlen mit glasigen Augen anschaut. “Du spielst seit 40 Jahren Lotto und bist noch immer ein armer Schlucker, MannMannMann.” “Hört doch auf, dauernd von Geld zu grunzen”, krakehlt Knallkalle unwirsch dazwischen. “Es ist da, es ist nicht da, wir sitzen zum Schluss eh’ mit Alzheimer in der Klappse und können uns an nichts mehr erinnern. Oh Fuck, mein Gesichtserker spuckt wieder Blut, ich darf mich nicht aufregen…” “Reich mir bitte mal die Bild-Zeitung rüber, sage ich zu Porno-Meyer, der sich mit einem Papiertaschentuch die Mundwinkel säubert.
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)
07. Mrz
Neun Finalisten sind nominiert: Undine Materni (geb. 63, Dresden, D), Carsten Zimmermann (geb. 68, Berlin, D), Ulrich Koch (geb. 66, Radenbeck, D), Myriam Keil (geb. 78, Hamburg D), Eva Christina Zeller (geb. 60, Tübingen, A), Andre Rudolph (geb. 75, Berlin, D), Manfred Enzensperger (geb. 52, Leverkusen, D), Sünje Lewejohann (geb. 72, Berlin, D) und Christian Rosenau (geb. 80, Weimar, D).
07. Mrz
Schwarze Zahlen schreiben
Autoren in den Mühlen der Vermarktung
Von Cornelia Saxe
Deutschlandradio Kultur am 09.03.2010 um 19:30 Uhr
Mehr als 90.000 neue Bücher erscheinen jedes Jahr in Deutschland. Um den Verkauf ihrer Werke voranzutreiben, verlassen Autorinnen und Autoren den Schreibtisch und treten ihrem Publikum gegenüber. Sie gehen auf Reisen, absolvieren zahlreiche Lesungen, stellen sich den Fragen, Mikrofons und Kameras – auch weil sie oft existenziell auf die Honorare angewiesen sind.
Wie professionell müssen Autorinnen und Autoren heute ihre Bücher präsentieren und was sollten sie beachten? Welche neuen Formen gibt es, Bücher an den Mann und die Frau zu bringen? Und was bedeutet es umgekehrt für Leserinnen und Leser, einmal leibhaftig ihren Lieblingsschriftstellern zu begegnen?
Das Feature befragt unter anderen Judith Hermann (“Alice”), Brigitte Kronauer (“Zwei schwarze Jäger”) und Christoph Brumme (“Auf einem blauen Elefanten – 8353 Kilometer mit dem Fahrrad von Berlin an die Wolga und zurück”) sowie die Literaturagentin Karin Graf und die Fotografin Isolde Ohlbaum. Es leuchtet den Kosmos der in der Öffentlichkeit stehenden Autoren aus, deren eigentliche Arbeit im Stillen geschieht.
05. Mrz
Mit Sonnenaufgang kommen auch wieder neue Skandale ans Licht. Kaum die Augen und die Gehörgänge auf Empfang geschaltet, klingelt die Öko-Oma aus dem Erdgeschoss. Steht da und hält ein Paket für meine Mitbewohnerin Claudia in den Händen (war der Paketzusteller wieder zu faul, die vier Treppen zu gehen…?); noch ehe ich Danke sagen kann, redet die Frau wie eine Springflut, aber das kenne ich schon, noch Stunden später sind die Satzfetzen ein Gewitter in meinem Kopf: Krebs aus dem Solarium (“Nein, nur ein paar Tage Urlaub auf einer Seychellen-Insel!”), zu hoher Zuckergehalt in Soft-Drinks (“Nein, wir trinken nur stilles Mineralwasser!”), Arsen-Belastung in Säften für Babys (“Schnee von gestern, unser Baby wird erst noch geboren!”), Salmonellen in Rohwurst (“Ich bin Vegetarier, gnä’dige Frau!”). Um geistig wieder auf Normalzustand zu kommen, buchstabiere ich leise Propyphenazon, Paracetamol und Acetylsalicylsäure, mache ein paar Sit-ups und freue mich auf meinen nächsten Orgasmus. Vorher Lena anrufen, die mich abends hoffentlich ayurvedisch-indisch bekochen wird, kein One-Night-Stand könnte diese Abende mit meiner Lena ersetzen. Die Liebe ist das stärkste Aphrodisiakum, aber Lena-Schätzchen geht nicht an ihr Handy. Wenn sie nur nicht diese Bindungsängste hätte, dann wäre vieles einfacher. „Pulsierende Lust, die Leidenschaft. Ich erlebe dich, unbändige Kraft. Dein Atem wild, dein Körper schreit. Vertrau mir, die dich befreit.“ Singt eine Yvonne und ich schalte das Radio aus um mich von dieser Stimme zu befreien. Mir war das jetzt wirklich zu aufdringlich. Ich muss sowieso gleich mein Wohlfühlnest verlassen. Dann heißt es, den Spekulanten endlich den Stecker rauszuziehen. Ich komme aber nur in Fahrt, wenn ich heute in den Außendienst darf. Das würde mich absolut glücklich machen. Haikus schreiben, bringt da nicht den Hauch. Und ich will auch nicht die Welt retten, aber zumindest den Euro-Zockern so gewaltig das Didgeridoo pusten, bis sie an ihren eigenen Blähungen krepieren. Wenn mein Boss grünes Licht gibt, dann Auf! Auf! mit Tempo zu einer besonderen Sightseeingtour. Der Druck bei denen, die das Volk (“Wir sind doch alle nur vorübergehende Mieter dieser Erde”) in die Bredouille gebracht haben, wächst. Man muss sich für den richtigen Weg entscheiden, sonst gehen wir alle kaputt. Im Grab bewegen wir nichts mehr.
(“Bild”-Geschichte, geschrieben/montiert nach der Lektüre von Bild Online)